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NRW

Prozess um Trickbetrug: Angeklagte erleidet Schwächeanfall

Prozesse

Montag, 20. April 2020 - 12:19 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Beim Prozessauftakt um eine neue, besonders raffinierte Masche von Trickbetrügern am Düsseldorfer Amtsgericht hat die Angeklagte einen Schwächeanfall erlitten. Nachdem die 51-Jährige von Sanitätern behandelt wurde, konnte der Prozess fortgesetzt werden. Die vorbestrafte Frau soll einer Bande angehören, die mit einer Kombination aus den Betrugsmachen „Enkeltrick“ und „falscher Polizist“ versuche, Senioren auszunehmen.

Ein abgelegter Telefonhörer. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Illustration

Über ihren Anwalt legte die Angeklagte ein Geständnis ab. Sie habe für 500 Euro Honorar das Geld abholen wollen, fühle sich nun aber selbst hereingelegt. Denn während die tatsächlichen Täter frei seien, sitze nur sie im Gefängnis.

Sie sei in Polen von einem flüchtigen Bekannten gebeten worden, gegen 500 Euro Honorar ein „Paket“ abzuholen. Man habe ihr die Fahrt nach Deutschland bezahlt und ein einfaches Handy gegeben, mit dem sie die Anweisungen der Hintermänner entgegen genommen habe.

Vor der neuen Betrugsmasche hatte die Düsseldorfer Polizei Anfang März nach der Festnahme der 51-Jährigen gewarnt. Sie war den Ermittlern ins Netz gegangen, weil sich eine 77 Jahre alte Geschäftsfrau nicht hinters Licht hatte führen lassen.

Kurz nach dem Anruf ihres angeblichen Enkels, der 35 000 Euro für den Kauf eines Autos leihen wollte, war die 77-Jährige von einer vermeintlichen Polizistin angerufen und gebeten worden, zum Schein auf die erbetene Geldübergabe einzugehen. Die Polizei habe das Telefonat mit dem falschen Enkel mitgehört und wolle die Betrüger so fassen. Doch auch die angebliche Polizistin zählte zu den Betrügern.

Die Seniorin spielte mit, verständigte aber über den Notruf die richtige Polizei. Die nahm die 51-Jährige bei der geplanten Geldübergabe fest. Als die Angeklagte eine Zivilbeamtin hinter der 77-Jährigen bemerkte, hatte sie sich umgedreht und zu flüchten versucht. Sie war aber festgenommen worden, bevor sie mit einem Taxi davonfahren konnte. Der Frau wird versuchter Betrug vorgeworfen.

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