NRW

Prozess um gestohlene Luxus-Kosmetik und Brautkleider: Haft

Prozesse

Mittwoch, 29. Juni 2022 - 18:03 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Im Prozess um mehr als 300 gestohlene Brautkleider und Luxus-Kosmetika im Wert von fast einer halben Million Euro sind vier Angeklagte verurteilt worden. Der 28-jährige Haupttäter aus Bottrop erhielt vom Düsseldorfer Landgericht am Mittwoch eine Strafe von vier Jahren und acht Monaten Haft - außerdem ordnete das Gericht wegen Kokainsucht seine Unterbringung in einer Entzugsklinik an.

Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Seine gleichaltrige Ehefrau wurde zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Der Bruder des Haupttäters erhielt zwei Jahre auf Bewährung. Der vierte Angeklagte, ein mehrfach vorbestrafter 53-Jähriger, muss wegen Beihilfe für ein Jahr ins Gefängnis. Das Gericht berücksichtigte die Geständnisse der Angeklagten strafmildernd. Die 28-jährige Frau will Revision einlegen. Die anderen Urteile wurden akzeptiert und sind somit rechtskräftig.

Über 30 Mal war der 28-Jährige in das Düsseldorfer Lager eines weltweiten agierenden Luxusgüterkonzerns eingestiegen und hatte dort kistenweise Luxuskosmetika im Wert von fast eine halben Million Euro gestohlen. Fünf Mal war sein älterer Bruder dabei, stellte das Gericht fest.

Ein Teil der Beute war in einem unter falschem Namen angemieteten Container im Düsseldorfer Hafen gebunkert. Dort fand die Polizei auch mehr als 300 Brautkleider, die im Juni 2020 in einem Düsseldorfer Brautmodengeschäft in der Stadtmitte gestohlen worden waren.

„Die Kleider habe ich nur auf Druck meines Drogendealers aufbewahrt“, hatte der 28-Jährige erklärt. Dafür habe ihm sein Dealer Schulden in Höhe von 2500 Euro erlassen. Zu widerlegen war ihm das nicht.

Sieben Monate nach dem Einbruch in dem Brautmodengeschäft hatte die Polizei im Düsseldorfer Hafen 311 der gestohlenen Hochzeitskleider in einem Container gefunden. Die Ehefrau des Haupttäters hatte die Kosmetika online zum Verkauf angeboten. „Nur auf Druck meines Mannes“, hatte sie beteuert. Das Urteil ist zwar noch nicht rechtskräftig, die meisten Verteidiger signalisierten aber, auf eine Berufung verzichten zu wollen.

© dpa-infocom, dpa:220629-99-850976/2

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