NRW

Qualvollen Tod des Kindes zugelassen: Urteil gegen Mutter

Prozesse

Montag, 11. Dezember 2017 - 01:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Mönchengladbach. Der Säugling wurde über Stunden gequält, bis der Vater ihn ermordete. Hat die Mutter nebenan wirklich geschlafen und nichts mitbekommen? Die Richter urteilen erneut über die Mutter.

Der Vater hat einen Säugling stundenlang gequält und schließlich ermordet und die Mutter soll nicht eingegriffen haben. Im Prozess gegen die 27-jährige Frau soll heute plädiert und das Urteil gesprochen werden. Die Anklage wirft der Frau vor, nebenan im Schlafzimmer über Stunden die Schreie ihres misshandelten Kindes gehört, aber nichts unternommen zu haben. Die Verteidigung hatte zuletzt ein Schallgutachten zu der Frage gefordert, ob die Mutter wie behauptet geschlafen und nichts mitbekommen habe. Sie ist des Totschlags durch Unterlassen angeklagt.

Die Frau steht nach dem Tod ihres Kindes zum zweiten Mal vor Gericht. Das Landgericht hatte den Vater im Mai 2016 unter anderem wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und die Mutter wegen Misshandlung durch Unterlassen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Auf Revision der Staatsanwaltschaft hob der Bundesgerichtshof das Urteil gegen die Frau auf.


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