NRW

Rechtsextremisten in Hessen und NRW stark vernetzt

Extremismus

Dienstag, 16. Juni 2020 - 06:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die rechtextreme Szene in NRW und Hessen ist stark vernetzt. Darauf hat das NRW-Innenministerium vor dem Prozess um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) hingewiesen.

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Gut ein Jahr nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) in Hessen hat das NRW-Innenministerium von zahlreichen Verbindungen der rechtsextremen Szene in NRW und Hessen berichtet.

Es gebe vielfältige Beziehungen, teilte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) auf eine Anfrage der Grünen mit. So habe nicht nur der mutmaßliche Mörder Stephan E. vor elf Jahren am Überfall von Rechtsextremisten auf die 1. Mai-Kundgebung in Dortmund teilgenommen.

An diesem Dienstag beginnt in Frankfurt der Mordprozess gegen den 46-Jährigen. Der CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Wohnhauses in Nordhessen mit einem Kopfschuss getötet worden.

Am 20. Juli 2019 - also nach dem Mord an Lübcke - habe die Neonazi-Partei „Die Rechte“ in Kassel eine Demonstration durchgeführt. Ein großer Teil der etwa 120 rechtsextremen Demonstranten sei aus NRW gewesen, so das NRW-Innenministerium.

Die Verbindungen umfassten Aktivitäten und Personen von Parteien wie „Die Rechte“ oder „Der III. Weg“, Gruppierungen wie die inzwischen verbotene „Combat 18“, Kameradschaften, die „Identitäre Bewegung“ oder Auftritte der aus Nordrhein-Westfalen stammenden rechtsextremistischen Band „Oidoxie“ in Hessen.

Die rechtsextremistische Szene im Sieger- und Sauerland sei mit der entsprechenden Szene in Hessen durch Bekanntschaften, gemeinsam besuchte Veranstaltungen und Feiern verbunden. An der Gruppierung „Kameradschaft Aryans“ seien Rechtsextremisten aus Nordrhein-Westfalen und Hessen beteiligt gewesen.

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