NRW

Rechtsstreit um Helmut-Kohl-Buch geht in die nächste Runde

Justiz

Freitag, 24. Januar 2020 - 11:39 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Köln. Helmut Kohls Witwe Maike Kohl-Richter und der ehemalige Ghostwriter des Altkanzlers, Heribert Schwan, haben beide Berufung gegen die jüngste Entscheidung in ihrem jahrelangen Rechtsstreit eingelegt. Die beiden Berufungen seien eingegangen, der weitere Zeitplan stehe aber noch nicht fest, teilte am Freitag ein Sprecher des Kölner Oberlandesgerichts mit.

Maike Kohl-Richter, Witwe von Altbundeskanzler Helmut Kohl. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archiv

Im Dezember hatte das Landgericht Köln entschieden, dass Schwan weitere Zitate aus seinem 2014 erschienenen Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“ nicht mehr verbreiten darf. In einem früheren Urteil hatte das Oberlandesgericht bereits das Verbot von 116 Textstellen aus dem Buch bestätigt.

Schwan hatte ursprünglich in Kohls Auftrag dessen Memoiren formuliert. Vor Fertigstellung des letzten Bandes bekamen die beiden aber Streit. Daraufhin veröffentlichte Schwan auf eigene Faust und ohne Absprache mit dem Altkanzler das „Vermächtnis“-Buch.

Es ist mit saftigen Urteilen Kohls über andere Politiker gespickt. Diese Zitate hatte Kohl aber nie zur Veröffentlichung freigegeben. Sie stammen aus mehr als 600 Stunden Gespräch, die Kohl mit Schwan zur Vorbereitung seiner Memoiren geführt hatte. Seit Kohls Tod 2017 wird der Rechtsstreit von seiner Witwe weitergeführt.


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