NRW

Reul: Keine Datenmanipulation in NRW im Fall Amad A.

Landtag

Mittwoch, 10. April 2019 - 17:32 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Im Fall des unschuldig inhaftierten und nach einem Gefängnisbrand gestorbenen Syrers Amad A. hat Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) eine Datenmanipulation durch die NRW-Polizei ausgeschlossen. Die Datensätze seien zu keinem Zeitpunkt von NRW-Behörden geändert worden, sagte Reul am Mittwoch im Landtag. Dies wäre technisch auch gar nicht möglich gewesen. Denn der Datensatz sei in Hamburg von der dortigen Polizei angelegt worden. Und nur die Polizei Hamburg habe den Eintrag ändern können. Dies sei drei Tage nach der Verhaftung von Amad A. auch geschehen, sagte Reul.

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, wartet auf den Beginn einer Sitzung. Foto: Federico Gambarini/Archiv

Wie es aber überhaupt zu der Verwechslung des in Geldern am Niederrhein verhafteten hellhäutigen Syrers Amad A. mit einem von der Hamburger Polizei gesuchten dunkelhäutigen Mann aus Mali kommen konnte, wirft laut Reul Fragen auf. Es seien Fehler bei der Polizei Kleve gemacht und Disziplinarverfahren eingeleitet worden.

Das WDR-Magazin „Monitor“ hatte berichtet, dass eine gezielte Manipulation von Datensätzen nicht mehr auszuschließen sei, die zur monatelangen Inhaftierung von Amad A. geführt habe.

Der 26-jährige Amad A. war im Juli 2018 nach einem Zellenbrand gestorben. Wochenlang saß Amad A. in der Justizvollzugsanstalt Kleve. Im September legte er laut einem externen Sachverständigen einen Brand in seiner Zelle. Infolge der schweren Verbrennungen starb er in einer Klinik. Der Fall wird auch von einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss aufgearbeitet.


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