NRW

Rocker-Prozess: „Bandidos“ wegen Mordversuchs vor Gericht

Prozesse

Donnerstag, 22. Oktober 2020 - 01:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Hagen. In Köln wird auf Mitglieder der „Hells Angels“ geschossen. Die Täter sollen „Bandidos“ sein. Ab dem heutigen Donnerstag stehen fünf von ihnen in Hagen vor Gericht. Einige sollen zur Führungsebene gehören.

Eine Figur der Justitia. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild

Nach zwei Attentatsversuchen in Köln müssen sich fünf mutmaßliche Mitglieder der Rockergruppierung „Bandidos“ von heute an in Hagen vor Gericht verantworten. Die Angeklagten sollen für Schüsse auf Mitglieder des Motorradclubs „Hells Angels“ verantwortlich sein. Dabei war ein Mann schwer verletzt worden. Die Anklage lautet unter anderem auf Mordversuch. Der Prozess findet unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt.

Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich bei den Angeklagten unter anderem um den „National Vice-President“ der „Federation West Central“ und den „National Vice-President Europe“. Gemeinsam mit weiteren Angeklagten sollen sie Anfang 2018 beschlossen haben, die Machtposition der „Bandidos“ auszubauen. Dafür seien Waffen organisiert und konkrete Anschlagsziele vorgegeben worden.

Eines dieser Ziele war laut Anklage das Fahrzeug eines Mitglieds der „Hells Angels“. Tatsächlich war auf dessen Auto am 8. Dezember 2018 auf der Stadtautobahn B55a in Köln das Feuer eröffnet worden. Einer der Insassen wurde von mehreren Schüssen getroffen.

Ein weiterer Attentatsversuch passierte am 4. Januar 2019. Nachdem es bereits am Nachmittag in Köln zu einer Schießerei zwischen dem Präsidenten des „Bandidos MC Köln“ und einem Mitglied der „Hells Angels“ gekommen sein soll, waren im Rahmen einer angeblichen Vergeltungsaktion am selben Abend 14 Schüsse auf die Tür eines Kölner Lokals abgegeben worden, das dem Vater eines Mitglieds der „Hells Angels“ gehört haben soll.

Mit einem Urteil ist voraussichtlich erst im März 2021 zu rechnen.

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