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NRW

„Run in my shoes“: Projekt gegen Antisemitismus

Gesellschaft

Montag, 4. November 2019 - 06:27 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Essen. Was hilft gegen Antisemitismus unter Jugendlichen? Zum Beispiel ein Perspektivwechsel. „Run in my shoes“ ist der Titel eines Modellprojekts in Essen. Wenn es gut läuft, soll es auch in anderen Kommunen zum Einsatz kommen.

Nordrhein-Westfalens Integrationsstaatssekretärin Serap Güler spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Johannes Neudecker/dpa

Wie können Jugendliche besser gegen Antisemitismus und Rassismus gewappnet werden? Seit knapp einem Jahr läuft dazu in Essen ein Modellprojekt unter dem Titel „Run in my shoes“. Zielgruppe sind Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr. „In Rollenspielen und Unterrichtseinheiten reflektieren sie dabei ihre eigene Haltung und lernen, Antisemitismus und Rassismus entgegenzutreten“, berichtete die nordrhein-westfälische Landesregierung vergangene Woche nach einem Besuch von Integrations-Staatssekretärin Serap Güler. Die CDU-Politikerin hatte das Projekt zusammen mit dem Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen initiiert. Es ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Land NRW finanziert.

Sechs Schulklassen der Klassen 8 bis 10 mit insgesamt 120 Schülern nahmen an der Pilotphase teil. Wichtige Erkenntnis: Die Vorkenntnisse der Schüler sind recht unterschiedlich, „so dass für jede Lerngruppe individuell geplant werden muss, welche Inhalte in Workshops neu eingeführt werden und welche vertieft werden müssen“, hieß es bei der Stadt.

In dem Präventionsprojekt sollen Jugendliche und junge Erwachsene lernen, wie den unterschiedlichen Formen von Antisemitismus und Rassismus begegnet werden kann. „Daneben erhalten sie unter anderem Einblicke in die Geschichte des Judentums und die Zusammenhänge zwischen den Religionen“, hieß es in einer Mitteilung des Integrationsministeriums. Zum Angebot gehören auch Fortbildungen für Lehrer und Sozialarbeiter.

„In Nordrhein-Westfalen haben Antisemitismus und Rassismus keinen Platz“, erklärte Güler nach ihrem Besuch. „Ein Angriff auf Juden in unserem Land ist ein Angriff auf uns alle. Als Landesregierung stehen wir ein für eine freiheitliche und weltoffene Gesellschaft.“

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