NRW

SPD: Schlüssiges Konzept für die Abkehr vom Turbo-Abi

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Freitag, 11. August 2017 - 13:02 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die SPD-Opposition in Nordrhein-Westfalen hat Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) aufgefordert, zügig einen Plan für die Rückkehr zu neun Jahren Gymnasium (G9) als Regelfall vorzulegen. 2006 habe die überhastete Einführung des Turbo-Abiturs nach nur acht Jahren Gymnasium Chaos und Verunsicherung ausgelöst, stellte die Vizevorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Eva-Maria Voigt-Küppers, am Freitag in Düsseldorf fest. Diesmal müsse ein Konzept so frühzeitig vorliegen, dass ausreichend Zeit sei, um die Umsetzung mit allen Beteiligten vorzubereiten.

Schüler eines Gymnasiums heben ihre Finger. Foto: Franziska Kraufmann/Archiv

Die neue CDU/FDP-Landesregierung will ab dem Schuljahr 2019/20 zurück zu G9 als Regelfall. Auch die Option G8 soll bestehen bleiben. Im Detail stellten sich aber viele Fragen, unterstrich Voigt-Küppers. Dazu zähle, wer diese Entscheidung treffen dürfe, wie die Interessen der einzelner Gymnasien in die kommunale Schullandschaft eingepasst werden sollen und unter welchen Umständen die Entscheidung für G8 oder G9 revidiert werden kann.

Ein entscheidender Webfehler sei, dass der Beschluss immer für die zukünftige Schülergeneration gefällt werde, der einzelne Schüler aber keine Wahl habe. Die SPD will dagegen G8 und G9 an jeder Schule.

Fragwürdig sei zudem, wie die neue Regierung ihre Ankündigung umsetzen wolle, G9 auch im Halbtagsbetrieb anzubieten, sagte Voigt-Küppers. Hier gebe es erheblichen Regelungsbedarf bezüglich der Wochenstundenbelastung der Schüler, der Vereinbarkeit mit Beschlüssen der Kultusministerkonferenz und der Anerkennung von Schullaufbahnen zwischen den Bundesländern.


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