NRW

SPD: Schulministerin muss neues Schutzkonzept vorlegen

Gesundheit

Dienstag, 20. Oktober 2020 - 12:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Wenige Tage vor dem Ende der Herbstferien ist in der Schullandschaft ordentlich Druck im Kessel: Wie geht es weiter nach den Herbstferien? Angesichts ständig neuer Corona-Hiobsbotschaften haben viele Lehrer, Eltern und Schüler ein mulmiges Gefühl.

Die SPD-Opposition in Nordrhein-Westfalen fordert unverzüglich Antworten von der Landesregierung, welche Corona-Schutzmaßnahmen nach den Herbstferien an den Schulen greifen sollen. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) habe schon zu viel Zeit verstreichen lassen, statt die Herbstferien für eine klare Kommunikation zu nutzen, kritisierte SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty.

„Die Zeit drängt“, sagte der Oppositionsführer am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. „Es kann jedenfalls nicht sein, dass sie damit wieder erst kurz vor Ende der Ferien um die Ecke kommt und alle Beteiligten im Hauruck-Verfahren reagieren müssen.“ Die Herbstferien enden in NRW an diesem Wochenende.

Angesichts steigender Infektionszahlen müsse die Schulministerin jetzt umgehend ihre Maßnahmen vorstellen und klare, verlässliche Angaben machen, wie der Gesundheitsschutz an den Schulen gewährleistet werden solle. Dazu gehörten kleinere Lerngruppen, mehr digitaler Unterricht in der Sekundarstufe II und der Einbau von effektiven Raumluftfilteranlagen.

„Wärmflaschen und dicke Jacken im Unterricht bei offenen Fenstern können jedenfalls wohl kaum die Lösung sein“, unterstrich Kutschaty. Ähnlich hatten sich zuvor auch mehrere Lehrerverbände geäußert. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der Lehrerverband fordern eine landesweite Rückkehr zur Maskenpflicht im Unterricht; auch für den Philologenverband ist das „kein Tabu“. Einzelne Schulen hatten die Maskenpflicht aufgrund hoher Infektionswerte bereits wieder eingeführt, an anderen wird auf freiwilliger Basis noch eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen.

Kutschaty beklagte ein Handlungsdefizit der Landesregierung: „Draußen stürmt der Corona-Herbstwind, aber im Schulministerium gilt offenbar „Still ruht der See“.“ Auch Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) lasse zu dem Thema nichts von sich hören.

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