NRW

SPD fordert mehr Corona-Infektionsschutz in Kitas im Winter

Landtag

Donnerstag, 5. November 2020 - 13:12 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die Corona-Neuinfektionen steigen und auch Kitas sind von Teilschließungen und Quarantäne bedroht. Die SPD fordert ein besseres Schutzkonzept. Die Landesregierung sei aber noch „im Sommermodus“.

Der Abgeordnete Dennis Maelzer (SPD) spricht bei einer Sitzung im Landtag von NRW. Foto: Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Die SPD-Opposition im Landtag hat angesichts der steigenden Corona-Neuinfektionen und mit Blick auf den Winter ein Sicherheitskonzept für die Kitas vorgelegt. Wenn die Kindertageseinrichtungen wie von der Landesregierung versprochen offen bleiben sollten, müssten auch die Rahmenbedingungen stimmen, sagte der familienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dennis Maelzer, am Donnerstag in Düsseldorf. Die Landesregierung befinde sich mit der Kita-Politik aber immer noch „im Sommermodus“.

Vor Ende Oktober seien in Nordrhein-Westfalen 358 Kitas coronabedingt ganz oder teilweise geschlossen worden. Landesweit gibt es rund 10 000 Kitas.

Konkret schlägt die SPD etwa eine Teststrategie für Kitas vor. Bis zu den Winterferien können Beschäftigten derzeit maximal drei Corona-Tests kostenlos in Anspruch nehmen. Nach Ansicht der SPD muss es mehr Möglichkeiten für freiwillige Tests für Betreuer und für Kinder geben. Mobile Testteams sollten in die Einrichtungen kommen. Auch sogenannte Pool-Tests, bei denen acht bis zehn Abstrich-Stäbchen gleichzeitig im Labor ausgewertet werden, sollten ins Auge gefasst werden.

Wenn die Infektionen in einem Kreis oder einer Stadt besonders hoch seien, sollten ab einem bestimmten Grenzwert wieder feste Gruppen in den Kitas Pflicht werden. Zur Unterstützung der Hygienekonzepte solle das Alltagshelfer-Programm der Landesregierung bis Ende des Kita-Jahres entfristet und auf den offenen Ganztag (OGS) in den Schulen ausgeweitet werden, sagte Maelzer. Je mehr Gruppen eine Kita habe, umso mehr Helfer müsse sie bekommen. Wie in den Schulen müssten auch in den Kitas im Winter Luftfilter zum Einsatz kommen.

Mit digitalen Angeboten wie etwa einem „digitalen Morgenkreis“ solle Kindern in Quarantäne der Kontakt zur Einrichtung ermöglicht werden. Maelzer räumte aber ein, dass solche digitalen Angebote für kleine Kinder „nur eine Krücke“ sein könnten, um mehr Normalität herzustellen. Auch technisch seien die Kitas darauf nicht vorbereitet.

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