SPD und Grüne: Schutz vor häuslicher Gewalt in Corona-Krise

dpa/lnw Düsseldorf. SPD und Grüne im NRW-Landtag sorgen sich um die Sicherheit von Frauen, die in der Corona-Krise vermehrt Opfer häuslicher Gewalt werden könnten. Politikerinnen beider Fraktionen wollen das Thema am Donnerstag in den Landtag bringen.

SPD und Grüne: Schutz vor häuslicher Gewalt in Corona-Krise

Josefine Paul (Grüne) spricht bei einer Sitzung des Landtags Nordrhein-Westfalen. Foto: Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Nach Angaben der SPD sind zurzeit fast alle autonomen Frauenhäuser in NRW voll belegt. Nur in Aachen gebe es noch Plätze. Gleichzeitig sorgt sich die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion, Anja Butschkau, dass Männer in Angst um ihren Arbeitsplatz, ihre Existenz oder ihre Zukunft in dieser Stresssituation gewalttätig werden könnten: „Überwiegend fallen Frauen dieser Gewalt zum Opfer. Aufgrund der angespannten Platzsituation in den Frauenhäusern gibt es aber keine Möglichkeit, die Frauen aus der häuslichen Umgebung zu holen.“

Die SPD-Politikerin will, dass die Landesregierung für mehr Kapazitäten sorgt, „indem zum Beispiel Hotels für Schutzräume angemietet werden.“ Die Grünen-Expertin Josefine Paul ergänzte: „Frauenhäuser sind gerade in der aktuell angespannten Situation absolut systemrelevant. Deshalb muss auch den Kindern von Mitarbeiterinnen in Frauenhäusern im Rahmen der Notfallbetreuung der Zugang zu entsprechenden Plätzen ermöglicht werden.“

SPD und Grüne wollen, dass sich der Landtagsausschuss für Gleichstellung und Frauen am Donnerstag mit dem Thema beschäftigt. Ob der Ausschuss normal tagt, als Videokonferenz stattfindet oder aufgehoben wird, ist noch unklar.