Schlag gegen Senioren-Betrüger: Vier Verdächtige in U-Haft

dpa/lnw Borken/Bocholt. Nach monatelangen Ermittlungen ist der Polizei Borken ein Schlag gegen einen mutmaßlichen Senioren-Betrügerring im Münsterland gelungen. Mehrere Personen seien festgenommen worden, die im dringenden Verdacht stünden, als Boten gearbeitet zu haben, teilten die Borkener Polizei und die Staatsanwaltschaft Münster am Freitag mit. Vier Frauen und Männer aus Bocholt säßen in Untersuchungshaft.

Schlag gegen Senioren-Betrüger: Vier Verdächtige in U-Haft

Eine ältere Frau tippt auf einem Telefon. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Konkret werden den Inhaftierten bisher 16 Taten mit einer Gesamtschadenssumme von rund 96 000 Euro vorgeworfen. Die Ermittler prüften aber den Verdacht, dass rund 200 Taten mit einem Gesamtschaden von rund 275 000 Euro auf das Konto der Bande gehen könnten. Schwerpunkte waren der Großraum Bocholt und das Ruhrgebiet.

Eine sechsköpfige Ermittlungskommission hatte gegen zehn Personen aus Bocholt und Monheim am Rhein ermittelt. Bei Wohnungsdurchsuchungen seien Schmuck, Bargeld und Mobiltelefone sichergestellt worden.

Die Betrugsmaschen ähneln sich immer wieder. Nach Anrufen vermeintlicher Polizisten bei Senioren, die in Wirklichkeit aus einem Callcenter in der Türkei geführt wurden, seien „Abholer“ zu den Adressen der Opfer geschickt worden. Die gutgläubigen Menschen seien überzeugt worden, dass ihre Wertsachen zuhause nicht sicher seien und an angebliche Polizeibeamte übergeben werden müssten. Eine 95-Jährige wurde sogar im Auto zu ihrer Hausbank gefahren. Der Versuch, an ihr Bargeld zu kommen, sei aber gescheitert.

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