NRW

Schlangen und Skorpione: Zahl der Gifttiere kaum gesunken

Dienstag, 13. Dezember 2022 - 09:13 Uhr

von dpa

© Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Zwei Jahre nach Inkrafttreten des NRW-Gifttiergesetzes hat sich die Zahl gefährlicher Schlangen, Spinnen und Skorpione in Privathaushalten landesweit kaum verringert. Das Gesetz verbietet seit Anfang 2021 die Neuanschaffung und Haltung sehr gefährlicher Gifttiere in privaten Haushalten. Dabei gilt ein Bestandsschutz für bisherige Halter, wenn sie ihre Tiere ordnungsgemäß angemeldet und versichert haben.

Nach einer aktuellen Bilanz des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) auf dpa-Anfrage wurden Ende November dieses Jahres in 202 privaten Haushalten in Nordrhein-Westfalen 3715 Giftschlangen, 226 Giftskorpione und 379 Giftspinnen legal angemeldet gehalten - insgesamt 4320 Tiere. Nach dem Stichtag schloss noch eine Gifttierhaltung mit einem Tier, weil dieses eingegangen war - es sind aktuell also noch 201 Haltungen und 4319 Tiere.

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Mitte 2021 waren es noch 3331 Giftschlangen, 747 Giftspinnen und 311 giftige Skorpione in 213 Haltungen - 4389 Tiere. Die Zahl ist also nur geringfügig zurückgegangen. Grund für den geringen Rückgang der Gesamtzahl trotz der strengen Auflagen des Gesetzes ist offensichtlich die Fortpflanzung der weiterhin gehaltenen Tiere.

„Das Gifttiergesetz sieht kein Vermehrungsverbot vor, Nachkommen von Gifttieren dürfen in Bestandshaltungen verbleiben“, heißt es in der Landesamt-Bilanz. Von Mitte 2021 bis Ende 2022 vergrößerte sich beispielsweise die Zahl der Giftschlangen in legaler Haltung sogar von 3331 (Juli 2021) auf 3715 (November 2022).

Wie viele Gifttiere daneben illegal und im Verborgenen gehalten werden, ist unbekannt. Allein 2022 wurden laut der Behörde vier illegale Haltungen aufgedeckt, in diesen Haltungen wurden 31 Giftschlangen sowie 63 Giftspinnen und -skorpione beschlagnahmt.

Für Schlagzeilen hatte im November 2021 eine illegale Gifttierhaltung in Hagen gesorgt. Dort fanden Ermittler im Keller zahlreiche Gifttiere, die sich teils in nicht ausreichend gesicherten Plastikbehältern tummelten. Einige krabbelten oder krochen frei herum oder bevölkerten Schubkästen. Sie kamen in eine Reptilienauffangstation des Terrazoos in Rheinberg.

Ende Juni dieses Jahres wurden bei demselben Halter erneut Gifttiere gefunden. Der Mann befand sich im Krankenhaus, weil er von einer seiner Giftschlangen gebissen worden war. Er muss nun mit einem Verfahren rechnen. Nach dem Gifttiergesetz drohen bei Verstößen im Extremfall Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe.


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