NRW

Schlechte Noten für Lehrerfortbildung: Reform geplant

Lehrer

Montag, 28. Oktober 2019 - 16:08 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die Fortbildung der knapp 200 000 Lehrer in Nordrhein-Westfalen soll reformiert werden. Es gebe einen deutlichen Entwicklungsbedarf, sagte Mathias Richter, Staatssekretär im NRW-Schulministerium, am Montag in Düsseldorf. Zuvor hatte eine Expertengruppe Verbesserungsvorschläge vorlegt. Danach sind die Strukturen der Qualifizierungsangebote für Pädagogen unübersichtlich. Es gebe zu viele Akteure, etwa das Ministerium, die Bezirksregierungen, Schulämter und Schulen. Oft seien die Zuständigkeiten unklar. Lehrkräfte haben laut Schulgesetz eine Pflicht, sich weiterzubilden.

Jedoch gebe es keine Daten über die Teilnahme, sagte Richter. „Es gibt zu wenig Steuerungswissen.“ Das Schulministerium werde einen Diskussions- und Beteiligungsprozess starten, um die Lehrerfortbildung in NRW zu reformieren, sagte Richter. Lehrer können unter vielen Angeboten auswählen. Themen sind unter anderem Führungsverhalten, Digitalisierung, Integration oder Inklusion. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte nach Amtsantritt 2017 eine Evaluation der Lehrerfortbildung in Auftrag gegeben.

Die Expertengruppe hatte auch Interviews mit Lehrern ausgewertet. Ein Ergebnis war, dass der individuelle Fortbildungsbedarf von Schule und Lehrkräften bisher nicht genügend berücksichtigt werde. Vorgeschlagen wurde auch, wegen des Fortbildungsbedarfs Schüler zu befragen. Aktuelle Studien zeigten, dass dies sehr produktiv sei, sagte der Koordinator der Experten, Prof. Dieter Gnahs aus Duisburg. Ziel der Vorschläge sei, den Unterricht an den Schulen zu verbessern. „Die Lehrerfortbildung ist kein Selbstzweck.“


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