NRW

Schlüsseldienst soll viel zu hoch abgerechnet haben

Kriminalität

Montag, 8. Januar 2018 - 12:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Kleve. Ein Netz von Schlüsseldienstfirmen soll in mehr als 1000 Fällen überteuert abgerechnet haben. Ein entsprechender Prozess beginnt am 16. Januar vor dem Landgericht Kleve, wie Oberstaatsanwalt Günter Neifer am Montag sagte. Zuvor hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ darüber berichtet. Die beiden Angeklagten, die in Haft sind, bestreiten die Vorwürfe.

Ein Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes baut ein neues Türschloss ein. Foto: Holger Hollemann/Archiv

Ihnen werden unter anderem Steuerhinterziehung und bandenmäßiger und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Im ganzen Bundesgebiet hätten ihre Monteure überhöhte Rechnungen etwa für neue Schlösser ausgestellt. Die Geschädigten riefen nach Darstellung der Staatsanwaltschaft vermeintlich einen örtlichen Schlüsseldienst an, landeten aber in der Telefonzentrale des Firmengeflechts in Geldern am Niederrhein. Von dort wurde dann ein Monteur losgeschickt, teilweise mit langen Anfahrtswegen.

Das Verfahren sei kompliziert, da in jedem einzelnen der 1009 Fälle nachgewiesen werden müsse, dass der Monteur eine Wucher-Rechnung ausgestellt habe, sagte Neifer. Insgesamt sollen sich die beiden Angeklagten, die das Netzwerk mutmaßlich koordinierten, eine halbe Million Euro ergaunert haben.


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