Schulden von angeschlagenen Unternehmen verdoppeln sich fast

dpa/lnw Düsseldorf. Die Verschuldung angeschlagener Unternehmen hat sich im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Wie das Statistikamt IT.NRW am Montag mitteilte, kamen die 17.866 Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, die im vergangenen Jahr einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt haben, auf voraussichtliche Forderungen von Gläubigern in Höhe von 8,9 Milliarden Euro. Das war fast doppelt so viel wie im Vorjahr, als noch 4,8 Milliarden Euro als Schulden aufgeführt worden waren.

Das ist ungewöhnlich, zumal fast ein Drittel (29,1 Prozent) weniger Firmen ein Insolvenzverfahren beantragt hatten. 2019 waren es noch 25 198 gewesen. Es begeben sich also weniger Unternehmen auf den Weg um Amtsgericht, diese haben aber deutlich mehr Verbindlichkeiten in ihren Büchern. Diese gegenläufige Entwicklung liegt an der Coronapandemie. Um eine Pleitewelle zu verhindern, setzte die Bundesregierung die Insolvenzantragspflicht im vergangenen Jahr großteils aus. Außerdem liegt das deutlich gestiegene Forderungsvolumen daran, dass die Firmen, die bei den Amtsgerichten vorstellig wurden, im Schnitt größer waren als zuvor.

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