Schuss auf Ex-Frau: 59-Jähriger wegen Mordes verurteilt

dpa/lnw Bielefeld. Weil er seine Ehefrau am Busbahnhof in Preußisch Oldendorf erschossen hat, ist ein 59-Jähriger wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Urteil verkündeten die Richter am Bielefelder Landgericht am Montag. Damit folgte das Gericht den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage, der Verteidiger hatte auf fahrlässige Tötung plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Schuss auf Ex-Frau: 59-Jähriger wegen Mordes verurteilt

Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild

Der deutsche Angeklagte hatte im Prozess den tödlichen Schuss Anfang Januar auf die 54-Jährige als Versehen dargestellt. Er habe sich selbst töten wollen, hatte er gesagt. Die Tatwaffe habe er vor rund zehn Jahren an einem Kanal gefunden.

Bei der Tat soll der Mann seiner von ihm getrennt lebenden Frau laut Anklage von hinten in den Rücken geschossen haben. Als sie noch flüchten wollte, soll er auf ihren Kopf gezielt haben. Passanten überwältigten den Mann, die Frau verblutete am Tatort.

Der 59-Jährige aus dem Kreis Minden-Lübbecke wollte laut Anklage das Scheitern der Beziehung nicht akzeptieren. Die Frau hatte sich von ihm im November 2019 getrennt und war ausgezogen. Nach Überzeugung des Gerichts war der Angeklagte nach außen ein strebsamer und hilfsbereiter Mensch. Doch innerhalb der Familie habe er nur seinen Willen gelten lassen, seine erwachsenen Kinder und seine Frau beleidigt und gedemütigt.