NRW

Sechseinhalb Jahre für mutmaßlichen Geiselnehmer gefordert

Prozesse

Montag, 17. September 2018 - 15:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Krefeld. Die Staatsanwaltschaft hat für den mutmaßlichen Geiselnehmer vom Krefelder Busbahnhof secheinhalb Jahre Haft gefordert. Der 47-Jährige hatte eine Rentnerin als Geisel genommen. „Sie musste um ihr Leben fürchten“, sagte die Staatsanwältin am Montag am Landgericht. Strafmildernd sei aber, dass der Mann um Entschuldigung gebeten und die Tat gestanden habe. Außerdem sei er selbst angeschossen und schwer verletzt worden, als ihn Spezialeinheiten der Polizei überwältigten.

Das Land- und Amtsgericht in Krefeld. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Der Verteidiger bezeichnete die Tat als minderschweren Fall und sprach sich für eine mildere Strafe aus. Es habe sich um eine Verzweiflungstat seines Mandanten gehandelt: „Er wollte lieber sterben als in Haft.“ Ein Sachverständiger hatte dem Angeklagten depressive Züge bescheinigt.

Polizisten hatten den polizeibekannten Drogenabhängigen laut Anklage mit zur Wache nehmen wollen. Daraufhin soll er erst die Beamten mit dem Messer bedroht und dann die Rentnerin überwältigt haben. Eine Spezialeinheit befreite die Frau nach fast vier Stunden und schoss dem mutmaßlichen Geiselnehmer dabei in die Beine. Das Urteil sollte am Montagnachmittag verkündet werden.


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