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NRW

Seelsorger über Kindesmissbrauch: Tonspur „kaum auszuhalten“

Kriminalität

Freitag, 1. November 2019 - 12:18 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Düsseldorf. Die Ermittlungen im Bereich Kinderpornografie sind nach den Erfahrungen eines Seelsorgers beim LKA Nordrhein-Westfalen besonders belastend für Polizisten. „Die Tonspur ist für die meisten kaum auszuhalten. Man kennt das aus Filmen. Allein schreiende oder weinende Stimmen können einen stark mitnehmen. So ist das hier auch. Die Bilder zu sehen ist eine Sache. Aber die Tonspur belastet die Ermittler stark“, sagte Dietrich Bredt-Dehnen in einem am Freitag online veröffentlichten Interview der „Rheinischen Post“. Er ist Leiter der evangelischen Seelsorge am Landeskriminalamt (LKA) NRW und betreut seit neun Jahren Beamte, die im Bereich Kinderpornografie ermitteln und mit schwerer sexualisierter Gewalt an Kindern konfrontiert sind.

Blick auf das Landeskriminalamt (LKA) der Polizei Nordrhein-Westfalen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

95 Prozent der Polizisten sagten, dass sie diese Arbeit auf keinen Fall machen würden. „Das können die härtesten Ermittler sein, die bei Todesfällen die schlimmsten Wohnungen gesehen oder sehr gewalttätige Festnahmen hinter sich gebracht haben. Aber Material auswerten, auf dem Kinder gequält werden, das können nur ganz wenige“, schilderte er. Diese Menschen wüssten also von vornherein, dass sie mit dem Material umgehen können. Die Auswerter des Datenmaterials, ob Polizist oder Nicht-Polizist, arbeiteten freiwillig in dem Bereich. Sie zögen genau daraus Motivation, was andere von dem Job abhalte: „Gerade weil es um Kinder geht, wollen sie sich einsetzen und helfen.“

Ihre eigenen Kinder sollen mehrere Männer sexuell missbraucht und sich gegenseitig entsprechende Bilder geschickt haben, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag bekanntgegeben. Die Opfer seien zwischen elf Monaten und zehn Jahren alt. Es wurden vier Verdächtige aus den Bereichen Bergisch Gladbach, Kleve, Wiesbaden und Langenfeld unter dem Verdacht des schweren sexuellen Missbrauchs festgenommen. Die Kölner Polizei hat 20 Beamte abgestellt, die unter anderem die riesigen Datenmengen auswerten sollen, um mögliche weitere Täter und Opfer ausfindig zu machen.

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