Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
NRW

Shell-Raffinerie: Hunderttausende Liter Öl versickert

Umwelt

Mittwoch, 22. Juli 2020 - 13:22 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Köln. In der Shell-Raffinerie in Köln-Godorf sind nach Unternehmensangaben bis zu 390 Tonnen Öl aus einer Leitung ins Erdreich und ins Grundwasser gesickert. Ursache ist ein 1,5 Millimeter großes Leck in einer Leitung auf dem Raffineriegelände, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das Leck war im April entdeckt worden, nachdem eine Messstelle auf dem Grundwasser schwimmendes Öl angezeigt hatte. Der WDR hatte zunächst berichtet.

Die Einfahrt zur Shell Raffinerie in Köln-Godorf. Foto: Oliver Berg/dpa

Direkt nach Feststellung des Schadens sei der Grundwasserspiegel an zwei Stellen mit Pumpen abgesenkt worden, hieß es in der Mitteilung. Dadurch habe sich das Öl in einem Trichter gesammelt und werde jetzt abgepumpt. Die Bezirksregierung Köln habe ein Sanierungskonzept verfügt. In dem Rahmen müsse das Unternehmen der Behörde über die laufenden Maßnahmen berichten.

Das ausgetretene leichte Gasöl sei vergleichsweise dickflüssig und bewege sich dementsprechend langsam durchs Erdreich. Darum habe es vergleichsweise lange gedauert, bis es an einer Grundwassermessstelle angekommen sei, sagte ein Unternehmenssprecher. Leichtes Gasöl fällt nach Unternehmensangaben bei der Verarbeitung von Rohöl an und wird für die Herstellung von Diesel oder leichtem Heizöl verwendet.

Die Leitung mit dem winzigen Leck verläuft laut Unternehmen größtenteils überirdisch und nur im Bereich der Schadstelle unterirdisch. Es sei davon auszugehen, dass das Mantelrohr bei Straßenbauarbeiten beschädigt wurde und die Leitung selbst infolge dessen korrodierte. Dadurch sei wohl das Loch entstanden, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Betroffen sei ausschließlich das Raffineriegelände.

Die Faktoren für die Berechnung der ausgetretenen Menge ließen eine starke Schwankungsbreite zu, sagte Unternehmenssprecher Mauritz Faenger-Montag: „Im worst case (schlimmsten Fall) können es 390 Tonnen sein, es können aber genausogut 210 Tonnen sein.“ Das entspricht rechnerisch etwa 245 000 bis 450 000 Litern.

Nach einer Serie von Chemie-Unfällen bei der Shell Rheinland Raffinerie waren Gutachter im Jahr 2015 davon ausgegangen, dass es solche Vorfälle in der Größenordnung nicht mehr geben werde. Experten, die damals vom nordrhein-westfälische Umweltministerium beauftragt waren, hatten Shell erhebliche Anstrengungen bescheinigt. Die gravierendsten Folgen hatte 2012 ein Pipeline-Leck in Wesseling: Damals war über vier Wochen mehr als eine Million Liter Kerosin unbemerkt ins Erdreich gesickert.

Ihr Kommentar zum Thema

Shell-Raffinerie: Hunderttausende Liter Öl versickert

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha