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NRW

Sorge um die Stacheltiere: „Igeln geht es nicht gut“

Tiere

Sonntag, 1. September 2019 - 10:17 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Asphaltierte Straßen, monotone Landschaften, dicht eingezäunte Gärten: Der Mensch macht dem Igel zunehmend das Leben schwer. Die Bestände nehmen ab, klagt der Nabu.

Ein Mitarbeiter des Nabu-Artenschutzzentrum hält einen Igel in den Händen. Foto: Christophe Gateau/Archiv

Die stacheligen Gesellen kennt jedes Kind - aber die Chance, einen Igel in der Natur zu entdecken, nimmt nach Angaben des Naturschutzbunds Nabu ab. „Igeln geht es schon lange nicht gut. Die Bestände nehmen ab“, sagte Nabu-Sprecherin Birgit Königs der Deutschen Presse-Agentur.

In der freien Landschaft fänden sie kaum noch Rückzugsräume und auch nur wenig Nahrung. „In Gärten geht es ihnen noch relativ gut“, meinte Königs. Aber weil die Gärten zu oft viel zu ordentlich sind, kaum Verstecke bieten und oft auch keinen Durchschlupf zum Nachbarsgarten, wird die Lage auch dort problematischer.

Trotzdem, der Igelbestand könne sich „offenbar“ noch halten, heißt es im Atlas der Säugetiere in Nordrhein-Westfalen. Demnach wird der Igel in NRW bisher als ungefährdet eingestuft. Es sei aber sehr schwierig, den Bestand des nachtaktiven Einzelgängers zu erfassen, gab der Nabu zu bedenken. Der Igel zählt zu den ältesten noch lebenden Säugetieren.

In diesen Tagen beginnt die Zeit, wo die Igel-Mütter mit ihren Jungen durch die Gärten und durchs Revier laufen und bei ihrer Futtersuche auch Straßen überqueren, wie Königs sagt: „Wenn man merkt, da hat man eine Igelmutter mit Jungen, kann man sie unterstützen und Katzenfutter hinstellen. Das ist immer eine gute Hilfe. Wenn man merkt, die fressen das, weil sie im Umfeld dann doch nicht genug bekommen“, sagt Königs.

Vor allem die sehr späten zweiten Würfe von Ende August/Anfang September hätten es schwer, sich in der kurzen Zeit bis zum Winterschlaf genügend Speck anzufressen und könnten diese Unterstützung brauchen.

Da es vor allem in stärker besiedelten Gebieten fast keine größeren zusammenhängenden Lebensräume mehr gibt, müssen die Tiere auf ihrer Futtersuche zahlreiche Straßen überqueren - oft ein riskanter Weg für die Igel. In den nächsten Wochen werden nach Einschätzung der Nabu-Sprecherin wieder totgefahrene Tiere auf den Straßen zu sehen sein.

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