Sozialpädagogin wegen Nötigung eines Flüchtlings vor Gericht

dpa/lnw Krefeld. Angeklagt ist eine Sozialpädagogin: Vor dem Amtsgericht in Krefeld geht es an diesem Freitag um sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen und sexuelle Nötigung. Die 27-Jährige soll einen minderjährigen Flüchtling aus Afrika zum Sex gezwungen haben.

Sozialpädagogin wegen Nötigung eines Flüchtlings vor Gericht

Paragrafen-Symbole an Türgriffen. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen steht heute eine ehemalige Leiterin einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Krefeld vor Gericht. Die 27 Jahre alte Sozialpädagogin soll ihre Position ausgenutzt und einen damals 16 Jahre alten afrikanischen Flüchtling sexuell genötigt und missbraucht haben.

Laut Anklage soll der Minderjährige die Annäherungsversuche zunächst zurückgewiesen haben. Dann soll die Frau ihm unter anderem damit gedroht haben, dass „ein Anruf reichen würde“ und er würde nach Afrika abgeschoben. Aus Angst davor soll der Jugendliche nachgegeben haben. Die Frau soll ihn von Januar bis Dezember 2017 während ihrer Nachtdienste in der Einrichtung in zahlreichen Fällen zum Sex gezwungen haben.

Aufgeflogen war der Fall, weil die Frau nicht mehr zur Arbeit kam. In der Wohngruppe hatte der damals 16-Jährige mit fünf anderen minderjährigen Flüchtlingen zusammengelebt. Die Angeklagte hat bisher zu den Vorwürfen geschwiegen. Für den Prozess vor dem Amtsgericht sind bis Ende Juli zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.