NRW

Sozialverband: Ruhrgebiet bei Armut „Problemregion Nummer 1“

Soziales

Donnerstag, 12. Dezember 2019 - 06:48 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Essen/Berlin. Das einst prosperierende Ruhrgebiet zählt inzwischen zu den ärmsten Regionen Deutschlands. Die Industrieregion sei mit einer Armutsquote von 21,1 Prozent bei 5,8 Millionen Einwohnern bundesweit „Problemregion Nummer 1“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, laut Mitteilung am Donnerstag anlässlich der Vorstellung des „Armutsberichts 2019“ in Berlin.

Ein Obdachloser frühstückt in einer ökumenischen Wohnungsloseninitiative. Foto: Ina Fassbender/dpa/Archivbild

„Trotz eines erfreulichen Rückgangs der bundesweiten Armutsquote auf 15,5 Prozent (2018) zeichnen sich besorgniserregende Entwicklungen und neue Problemregionen insbesondere in Westdeutschland ab“, heißt es in dem Bericht. Den „wohlhabenden“ Ländern Bayern und Baden-Württemberg mit einer Armutsquote von zusammen 11,8 Prozent stünden Nordrhein-Westfalen und der Osten mit rund 18 Prozent gegenüber. Das Ruhrgebiet übertrifft diesen Wert noch deutlich.

Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Für die Armutsquote wurden dem Bericht des Paritätischen zufolge alle Personen gezählt, die in Haushalten leben, deren Einkommen diese Grenze unterschreitet. Basis waren unter anderem bereits veröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamts.

Untersucht wurde für die Studie die Armutsentwicklung auf Länder- und Regionalebene. Der Verband fordert in seinem Bericht unter anderem einen höheren Mindestlohn und höhere Hartz-IV-Sätze.


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