Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen Polizei in Hagen

dpa/lnw Hagen/Wuppertal. Nach einem Streit über einen Einsatz bei einer Verkehrskontrolle in Hagen prüft die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Es werde dem Verdacht der Körperverletzung im Amt nachgegangen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen am Montag. Ein 19-jähriger Autofahrer hatte die Polizisten wegen ihres Vorgehens bei einer Fahrzeugkontrolle Anfang Januar angezeigt und war am Tag darauf für ein klärendes Gespräch mit seinen Brüdern (16 und 32 Jahre alt) auf der Wache erschienen. Dabei soll es zu Handlungen gekommen sein, die nun Gegenstand der Ermittlungen seien, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Polizei werte dazu auch eine Audio-Aufzeichnung aus. Genauere Angaben zu den Vorwürfen machte der Sprecher unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht.

Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen Polizei in Hagen

Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten. Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild

Laut „Westfalenpost“ sind auf dem Tondokument brüllende Polizisten zu hören, die ihrem Gegenüber mit Schlägen drohen. Laut Zeitung gibt der jüngste der Brüder an, von Polizisten geschlagen, gefesselt und zu Boden geschmissen worden zu sein.

Vorausgegangen war am Tag zuvor eine Verkehrskontrolle wegen eines defekten Rücklichts, die bereits aus dem Ruder gelaufen war. Laut damaliger Polizeimitteilung hatten die Beamten den 19-jährigen Fahrer wegen des Verdachts des Drogenkonsums mit zur Wache genommen. Nach zunächst kooperativem Verhalten habe er sich einer Blutprobe widersetzt. Nachdem er mit erhobenen Fäusten auf die Polizisten zugegangen sei, sei er in Gewahrsam genommen worden. Der 19-Jährige hatte sich anschließend über das Verhalten der Kollegen beschweren wollen, wobei die Situation abermals eskaliert sein soll. Aus Neutralitätsgründen hat die Polizei in Wuppertal die Ermittlungen gegen die Kollegen in Hagen übernommen.

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