NRW

Stadt darf Zirkus nicht Auftritte wegen Wildtieren verbieten

Prozesse

Dienstag, 2. April 2019 - 16:12 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Im Streit um ein Zirkus-Gastspiel in Krefeld hat sich das Düsseldorfer Verwaltungsgericht auf die Seite der Zirkusleute gestellt. Die Stadt Krefeld dürfe den Zirkus nicht wegen seiner Wildtiere mit einem Auftrittsverbot belegen, entschied das Gericht am Dienstag im Eilverfahren (Az.: 18 L 3228/18). Ein solches Verbot verstoße gegen die Berufsfreiheit.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv

Das Tierschutzgesetz sehe ein Verbot des Zeigens von Wildtieren nicht vor. Außerdem handele die Stadt willkürlich, indem sie einen anderen Zirkus mit Wildtieren auftreten lasse, kritisierte das Gericht. Die Stadt könne kein schlüssiges Konzept ihrer Entscheidung vorweisen. Weitere von der Stadt behauptete Gefahren, die vom Zirkus ausgingen, seien weder plausibel dargelegt noch nachgewiesen worden.

Gegen die Entscheidung ist noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster möglich. Der Zirkus „Charles Knie“ hatte gegen das Auftrittsverbot geklagt und sich auf die Rechtsprechung mehrerer Gerichte berufen. Er will im Juni in Krefeld gastieren. Dort hatte sich 2016 ein Ausschuss des Stadtrats gegen Zirkus-Auftritte mit Wildtieren ausgesprochen. Viele Städte haben ähnliche Beschlüsse gefasst.


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