Stahl-Tarifverhandlungen ohne Ergebnis: Warnstreiks geplant

dpa Düsseldorf. Die Tarifverhandlungen für die nordwestdeutsche Eisen- und Stahlindustrie verlaufen zäh. Die IG Metall hat das Angebot der Arbeitgeber für zwei Einmalzahlungen in Höhe von je 350 Euro als „deutlich zu niedrig“ zurückgewiesen. Die Gewerkschaft will jetzt zu weiteren Warnstreiks aufrufen, wie sie am Dienstag mitteilte.

Stahl-Tarifverhandlungen ohne Ergebnis: Warnstreiks geplant

Eine Flagge mit dem Logo der IGM weht im Wind. Foto: Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

Bei den Verhandlungen geht es um einen neuen Tarifvertrag für rund 70 000 Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Die Gewerkschaft fordert, ähnlich wie in der Metall- und Elektroindustrie, eine Tariferhöhung im Volumen von vier Prozent. In Betrieben mit schlechter Auftragslage soll das Geld auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden können.

Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde am Montagabend angeboten, die Einmalbeträge in diesem Jahr und Anfang 2022 zu zahlen. Die zweite Zahlung soll auch für beschäftigungssichernde Maßnahmen eingesetzt werden können. Der Tarifvertrag soll nach ihren Vorstellungen eine Laufzeit von 17 Monaten haben. Zudem sind sie bereit, die Tarifverträge über Altersteilzeit, den Einsatz von Werkverträgen sowie zur Beschäftigungssicherung und zur Einführung von Arbeitszeitkonten zu verlängern.

Das Angebot sei „im Volumen deutlich zu niedrig“, sagte der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft, Knut Giesler. Ferner will die Gewerkschaft die geforderte Laufzeit nicht akzeptieren. „Wenn wir einen Abschluss mit zu langer Laufzeit machen, brummen die Stahlunternehmen wieder, und unsere Leute gehen leer aus“, kritisierte Giesler.

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