NRW

Start in getrennter Wertung: DLV stoppt Prothesen-Springer

Behindertensport

Mittwoch, 2. Juni 2021 - 13:07 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Bydgoszcz/Braunschweig. Prothesen-Springer Markus Rehm darf trotz geänderter Rechtsgrundlage und erfüllter Norm bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am Wochenende in Braunschweig nur außer Konkurrenz starten. Der Para-Weltrekord von 8,62 Metern, den Rehm am Dienstag bei der EM in Bydgoszcz/Polen aufstellte, sei „eine tolle Leistung“, sagte Jürgen Kessing, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes: „Aber gemeinsam springen und getrennt werten, ist das, womit wir in der Vergangenheit gut gefahren sind.“

Prothesen-Springer Markus Rehm landet nach einem Sprung im Sandbecken. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild

Chefbundestrainerin Annett Stein ergänzte am Mittwoch, dass einem Start eigentlich „nichts im Wege“ stünde, „aber wir haben bei der Einordnung der Wertung im DLV eine Regel, die wir anwenden, die ein gemeinsames Werten der Wettkampfleistung nicht erlaubt.“ Pressesprecher Peter Schmidt verwies darauf, dass sich das Urteil des Sportgerichtshofes Cas, das die Beweislast umdreht und nach dem man nun dem Sportler einen Vorteil nachweisen müsse, „gegen World Athletics gewendet hat, das Herrscher über die internationalen Wettkampfregeln ist. Diese müssten erst einmal geändert werden.“

Rehm hatte zuvor klargestellt, dass er von einem Start in der normalen Wertung ausgeht. „Meine Erwartung ist, dass das machbar ist“, sagte der mehrmalige Paralympicssieger. 2014 war er in der normalen Wertung mitgesprungen und hatte den deutschen Meistertitel gewonnen. Seitdem war er nur noch außer Konkurrenz dabei.

© dpa-infocom, dpa:210602-99-833729/2

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