Start ins neue Schuljahr: Ungewissheit schwingt mit

dpa/lnw Düsseldorf. Nach gut sechs Wochen Ferien geht es wieder in die Klassenzimmer - landesweit beginnt der Unterricht in NRW im Präsenzmodus. Mit Blick auf wieder steigende Corona-Inzidenzwerte gibt es auch Zweifel und Unsicherheit.

Start ins neue Schuljahr: Ungewissheit schwingt mit

Ein Corona-Selbsttest wird über dem Federmäppchen eines Grundschülers gehalten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Illustration

Nach sechseinhalb Wochen Sommerferien kehren am Mittwoch rund 2,5 Millionen Schüler in Nordrhein-Westfalen wieder in den Präsenzunterricht zurück. Darunter sind auch etwa 166.000 Erstklässler, die vor ihrer Einschulung stehen. Für manche i-Dötzchen kommt der große Tag auch je nach Schule erst am Donnerstag. Alle am Schulleben Beteiligten hoffen nach anderthalb schwierigen Pandemie-Jahren mit viel Homeschooling und Hybridunterricht auf größtmögliche Normalität. Ohne Einschränkungen, Hygiene- und Infektionsschutzregeln und coronabedingte Pflichten wird es aber auch im Schuljahr 2021/22 nicht ablaufen.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) geht angesichts „umfassender Vorbereitung“ in den Sommerferien von einem reibungslosen Start aus. Es bleibe bei Maskenpflicht im Gebäude und Klassenraum. Und bei zwei Tests pro Woche, allerdings nicht mehr für nachweislich Geimpfte und Genesene. Für Grundschüler sind altersgerecht sogenannte Lolli-Tests vorgesehen.

Neu ist: Ab Mittwoch können an allen weiterführenden Schulen Impfungen für ältere Schüler der Sekundarstufe II und für Schulpersonal angeboten werden. Für Berufsschulen gilt das bereits. Wird ein Schüler positiv auf Corona getestet, muss nicht mehr die ganze Schulklasse in Quarantäne, sondern nur noch direkte Sitznachbarn und Schulpersonal mit engem Kontakt zum betroffenen Schüler. Und auch das ist kein unbedingtes Muss, wenn die engen Kontaktpersonen alle Schutzmaßnahmen eingehalten und Mund-Nasen-Schutz getragen haben.

Die Flutkatastrophe, die in den Ferien 171 Schulen in NRW getroffen hatte, wird Auswirkungen auf einige Schüler haben. Manche werden vorübergehend in Containern oder Räumen anderer Schulen unterrichtet. Und das Problem Lehrermangel ist weiter nicht behoben, obwohl es gut 5360 zusätzliche Einstellungen seit 2017 gegeben hat. Das Land will hier am Ball bleiben.

Eine vierte Welle mit Schulschließungen wäre nicht verkraftbar, mahnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte eindringlich. Er weist auf Angst-, Schlaf-, Essstörungen, Konzentrationsproblematik, Aggressivität, Depressionen in zuvor nie gekanntem Ausmaß hin. Bewegungsmangel habe Spuren bei der grobmotorischen Entwicklung hinterlassen, teils sei es zu drastischem Übergewicht gekommen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft befürchtet erneut einen „unruhigen Herbst und Winter“. Auch aus Eltern- und Schülerschaft hatte es Stimmen der Verunsicherung und Besorgnis gegeben.

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