NRW

Streit in Bischofskonferenz um Entscheidung zu Abendmahl

Kirche

Mittwoch, 4. April 2018 - 17:22 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lby Köln/München. In der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ist es zu einem offenen Bruch über die Frage des Abendmahls für Protestanten gekommen. Wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben des Münchner Kardinals Reinhard Marx hervorgeht, haben sich sieben andere deutsche Bischöfe, darunter fünf aus Bayern, an den Vatikan gewandt und dort „um Hilfe“ gebeten. Sie hätten Zweifel, ob ein von der Bischofskonferenz im Februar mehrheitlich getroffener Beschluss „mit dem Glauben und der Einheit der Kirche vereinbar“ sei. Damals hatten die Bischöfe eine Mini-Reform beschlossen, wonach Ehepaare unterschiedlicher Konfessionen künftig im Einzelfall gemeinsam an Eucharistiefeiern in katholischen Kirchen teilnehmen dürfen.

Zu der siebenköpfigen Gruppe der Kritiker gehören der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sowie die Bischöfe von Bamberg, Augsburg, Eichstätt, Passau, Regensburg und Görlitz. Marx, Vorsitzender Bischofskonferenz, widersprach den Bedenken in seinem Schreiben. Zuerst hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ über den Fall berichtet.

Die Diskussion um ein gemeinsames Abendmahl ist seit Jahrzehnten ein Streitpunkt zwischen Katholiken und Protestanten. Marx hatte im Februar betont, jeder Fall müsse für sich betrachtet werden. Bei der Reform handele sich um keine generelle oder „dogmatische“ Lösung.


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