NRW

Suche nach Kindermörder: DNA-Massentest im Grenzgebiet

Kriminalität

Samstag, 24. Februar 2018 - 01:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Maastricht/Aachen. Wer hat den kleinen Nicky Verstappen im Aachener Grenzgebiet getötet? Seit fast 20 Jahren sucht die Polizei nach dem Kindermörder. Jetzt beginnt ein DNA-Massentest, zu dem über 21 000 Männer aufgefordert sind.

Ein Mann macht einen DNA-Test. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Nach fast 20 Jahren nimmt die niederländische Polizei einen letzten Anlauf, um den Mord an einem Jungen im Grenzgebiet bei Aachen aufzuklären: Heute beginnt in Landgraaf ein DNA-Massentest. 21 500 Männer zwischen 18 und 75 Jahren aus dem niederländischen Grenzgebiet sind aufgerufen, freiwillig eine DNA-Probe abzugeben. Die wird mit der DNA-Spur an der Kinderleiche abgeglichen, die ein Mann hinterlassen hat.

Der kleine Nicky Verstappen war im August 1998 bei einer Ferienfreizeit aus einem Zeltlager im Grenzgebiet Brunssummerheide nordwestlich von Aachen spurlos verschwunden. Die Polizei fand die Leiche am nächsten Tag. Obwohl die Todesursache nicht eindeutig geklärt werden konnte, geht die Polizei von Mord aus.

Um die Chancen für einen neuen Ermittlungsansatz zu erhöhen, sucht die Polizei mit einer speziellen Methodik nach männlichen Verwandten des Mannes, der die Spur an Nicky hinterließ. Die Ermittler wollen mit der so genannten DNA-Verwandtschaftsuntersuchung etwa nach einem möglichen Onkel oder Enkel des Täters suchen. Auch entfernte Verwandte oder Verwandte, die nach der Tat 1998 geboren wurden, haben in ihrer DNA Übereinstimmungen mit der DNA-Spur, die auf Nicky hinterlassen wurde. Die Ermittler wollen bei der Suche nach dem Täter damit ihre Optionen erweitern.

Die Tests sollen von Ende Februar bis Mitte März durchgeführt werden. Zur Zielgruppe gehören Männer, die im August 1998 in dem Untersuchungsgebiet lebten und weggezogen sind oder dort noch immer leben.


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