NRW

Suche nach NRW-Lösung für Bahnbetreiber Abellio dauert an

Verkehr

Montag, 13. September 2021 - 16:45 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Nach der Einigung über den Weiterbetrieb der meisten Linien des angeschlagenen Bahnunternehmens Abellio in Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es noch keine Lösung für die Verbindungen in Nordrhein-Westfalen. Die Einigung in Mitteldeutschland zeige, „dass Aufgabenträger und Abellio willens und in der Lage sind, gemeinsam langfristige Lösungen zu finden“, sagte ein Abellio-Sprecher am Montag. „Auch in Nordrhein-Westfalen arbeiten wir weiterhin mit Hochdruck an entsprechenden Vereinbarungen.“

Ein Zug der Privatbahn Abellio fährt aus dem Essener Hauptbahnhof. Foto: picture alliance /dpa/Archivbild

Abellio, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn, steckt in finanziellen Schwierigkeiten und befindet sich seit Juni in einem Schutzschirmverfahren, also einer Sanierung im Rahmen des Insolvenzrechts. Ein Sachwalter lotet derzeit die Perspektiven aus. Nach Angaben aus beteiligten Kreisen wollen die Aufgabenträger, also die NRW-Verkehrsverbünde, und Abellio bis Ende September eine Fortführungsvereinbarung bis 2022 schließen, um bis Jahresende eine dauerhafte Lösung zu finden.

Die Konkurrenten der Deutschen Bahn im Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) klagen über hohe Kostenbelastungen, die bei Abschluss der viele Jahre laufenden Verträge mit den Verkehrsverbünden nicht abzusehen gewesen seien. Sie fordern deshalb Nachzahlungen und vertragliche Verbesserungen, damit sie keine Verluste mehr einfahren. Bei Abellio drängt die Zeit. Bis Ende September zahlt die Arbeitsagentur die Löhne der Mitarbeiter, danach muss dies Abellio selbst tun.

Abellio hat nach eigenen Angaben rund 3100 Beschäftigte in Deutschland, seine 52 Zuglinien fahren vor allem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Baden-Württemberg. In NRW betreibt Abellio mehrere Regionalexpress-Linien, Regionalbahnen und S-Bahn-Verbindungen. In Sachsen-Anhalt und Thüringen hatte sich Abellio in der vergangenen Woche auf einen Weiterbetrieb bis 2030 geeinigt.

© dpa-infocom, dpa:210913-99-203674/2

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