NRW

Tareq Alaows zieht Kandidatur für den Bundestag zurück

Parteien

Dienstag, 30. März 2021 - 14:06 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Oberhausen. Nach Morddrohungen gegen seine Familie hat der aus Syrien geflüchtete Tareq Alaows (31) seine Bundestagskandidatur für die Grünen in Nordrhein-Westfalen zurückgezogen. Das teilte Alaows Kreisverband Oberhausen am Dienstag mit. „Die hohe Bedrohungslage für mich und vor allem für mir nahe stehende Menschen ist der wichtigste Grund für die Rücknahme meiner Kandidatur“, heißt es in der Mitteilung. Der 31-Jährige kündigte zugleich an, sich für eine Zeit aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Grund sei auch hier sein Schutz und der Schutz seines privaten Umfeldes.

Tareq Alaows schaut in die Kamera. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild

Nach Auskunft eines Parteisprechers hatte es anonyme Morddrohungen gegen die Familie des Politikers in Syrien für den Fall gegeben, dass Alaows an der Kandidatur festhalte.

Der Grünen-Politiker wollte „als erste aus Syrien geflüchtete Person im Bundestag den hunderttausenden Menschen, die auf der Flucht sind und hier mit uns leben, eine politische Stimme geben“, wie er bei der Bewerbung erklärt hatte. Sein Kreisverband zeigte sich enttäuscht. „Wir hätten uns gewünscht, weiterhin mit Herrn Alaows als unserem Bundestagskandidaten für eine humane Asyl- und Migrationspolitik streiten zu können“, erklärte der Kreisverband.

Alaows sprach von „massiven Rassismuserfahrungen“ während seiner Kandidatur. Andererseits habe er innerhalb und außerhalb seiner Partei aber auch viel Unterstützung bekommen. Alaows war vor fünf Jahren in Deutschland angekommen und schon wenige Monate nach seiner Ankunft mit der selbstorganisierten Gruppe „Refugee Strike Bochum“ politisch aktiv geworden. Der 31-Jährige hat in Syrien Jura studiert. Über seinen Rückzug hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

© dpa-infocom, dpa:210330-99-27804/2

Ihr Kommentar zum Thema

Tareq Alaows zieht Kandidatur für den Bundestag zurück

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha