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NRW

Terrorplan mit Rizin-Bombe: Bewährungsstrafe beantragt

Prozesse

Freitag, 26. Juni 2020 - 12:23 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Im Düsseldorfer Prozess um einen geplanten Terroranschlag mit dem hochgiftigen Rizin haben die Verteidiger für die Angeklagte zwei Jahre Haft auf Bewährung beantragt. Sie habe ihrem Mann bei der Ausreise nach Syrien geholfen, sei ansonsten aber unschuldig und freizusprechen, sagte Anwältin Seda Basay-Yildiz am Freitag.

Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen. Foto: Volker Hartmann/dpa/Symbolbild

Sie kritisierte, dass der Senat bereits seit November vergangenen Jahres von der Schuld ihrer Mandantin in allen Punkten der Anklage überzeugt sei. Das Gericht habe die Unschuldsvermutung im Fall der siebenfachen Mutter mehrfach missachtet.

„Frau H. könnte niemals Menschen in diesem Land gefährden“, sagte die Anwältin. Sie sei bei ihrem Ehemann Sief Allah H., der bereits zu zehn Jahren Haft verurteilt worden ist, einfach „an den Falschen“ geraten. Dies sei der wohl größte Fehler ihres Lebens gewesen.

„Ich habe definitiv keinen Anschlag geplant und vorbereitet und wollte auch nie einen durchführen“, sagte die zum Islam konvertierte 44-Jährige aus Köln. „Es tut mir für meine Kinder unendlich leid, dass sie nun getrennt voneinander groß werden müssen.“

Der Prozess am Düsseldorfer Oberlandesgericht dauert bereits über ein Jahr. Das Urteil soll am Mittag verkündet werden. Die Bundesanwaltschaft hatte neun Jahre Haft für die Angeklagte gefordert. Sie habe mit ihrem Mann einen islamistischen Anschlag geplant. Sie teile die radikalislamische Ideologie der Terrororganisation Islamischer Staat.

Die Angeklagte hatte zuletzt zugegeben, vom Bau der Bombe gewusst zu haben. Sie habe ihren Mann zwei Mal mit Pulver und Bombenbauteilen in der Wohnung angetroffen. Sie selbst habe aber keinen Bombenanschlag geplant.

Durch die geplante Verbreitung des Gifts mit einer mit Stahlkugeln angereicherten Streubombe wären bis zu 200 Menschen getötet worden. Das Paar war im Juni 2018 in Köln-Chorweiler nach dem Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes festgenommen worden. Unweit ihrer Wohnung befindet sich die Zentrale des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

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