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NRW

Tödliche Geisterfahrt: Anklage fordert zwölf Jahre Haft

Prozesse

Dienstag, 17. Oktober 2017 - 12:28 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Aachen. Ein depressiver Mann fährt auf der Autobahn in den Gegenverkehr. Er will das Leben nehmen - doch stattdessen sterben zwei andere Menschen. Er überlebt und soll jetzt zwölf Jahre ins Gefängnis.

Eine Statue der Göttin Justitia. Foto: S. Puchner/Archiv

Im Mordprozess gegen einen 48-Jährigen, der als Falschfahrer einen schweren Unfall mit zwei Toten verursacht haben soll, hat die Anklage in Aachen zwölf Jahre Haft gefordert. Der Niederländer habe die Arg- und Wehrlosigkeit der Opfer ausgenutzt, argumentierte die Staatsanwaltschaft am Dienstag in ihrem Plädoyer. Er habe seine Suizidabsicht über das Lebensrecht vieler anderer Betroffenen gestellt. Eine Gutachterin war wegen der akuten Depression des Mannes von einer verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen. Das Gericht will das Urteil am (heutigen) Dienstag um 12.30 Uhr verkünden.

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Der Mann war im Januar in Düren-Merzenich falsch auf die Autobahn 4 von Köln nach Aachen aufgefahren. Er raste laut Anklage in einen entgegenkommenden Lkw und wurde dann gegen andere Fahrzeuge geschleudert. Ein Ehepaar starb, drei Autofahrer wurden verletzt, drei weitere kamen mit dem Schrecken davon. Dem Angeklagten wird Mord in zwei Fällen und sechsfacher versuchter Mord vorgeworfen.

Die Verteidigung forderte Freispruch. Der Angeklagte sei im Ausnahmezustand gewesen und habe ausschließlich seinem Leben ein Ende setzen wollen.


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