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NRW

Tönnies-Vertreter: Kritik als „maßlos übertrieben“

Landtag

Mittwoch, 1. Juli 2020 - 17:22 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Magdeburg/Rheda-Wiedenbrück. Bei einer Anhörung im Landtag in Sachsen-Anhalt haben Vertreter der Firma Tönnies Kritik an der Situation von Werkvertragsangestellten im Schlachtbetrieb in Weißenfels zurückgewiesen. Tönnies mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück betreibt dort mit 2200 Beschäftigten den zweitgrößten Schlachthof der Unternehmensgruppe. „Wir halten die Kritik für maßlos übertrieben“, sagte der Prokurist der Tönnies Zerlegebetrieb GmbH aus Weißenfels (Sachsen-Anhalt), Andreas Töpfer, am Mittwoch im Landtag.

Auf einem Dach steht das Logo der Firma Tönnies in Form von zwei Kühen und einem Schwein. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

So stehe der Konzern im regelmäßigen Austausch mit den Werkvertragsfirmen, bei denen die Menschen angestellt sind, die in dem Tönnies-Schlachthof arbeiten. Viele der Arbeiter hätten sich in Weißenfels eine Existenz aufgebaut und ihre Familien nachgeholt, sagte der Geschäftsführer des Zerlegebetriebs, Reinhold Dierkes.

Tönnies war nach einem Corona-Ausbruch am Hauptstandort in Nordrhein-Westfalen wegen der Arbeits- und Lebensbedingungen der Werkvertragsarbeiter wieder verstärkt in die Kritik geraten. Die Firma beschäftigt ihre Angestellten bisher nicht selbst, sondern über Werkverträge, die die Arbeitskräfte mit Subunternehmern schließen. Bis Anfang 2021 will die Bundesregierung Werksverträge in der Schlachtindustrie untersagen.

Nachdem ein Angestellter des Tönnies-Standorts in Weißenfels in der vorigen Woche positiv auf Corona getestet worden war, verordneten die Behörden, alle rund 2200 Beschäftigten zu testen. Tönnies-Personalchef Martin Bocklage schloss eine Ausbreitung des Virus vom Werk im Kreis Gütersloh nach Weißenfels allerdings aus. Schon seit März habe der Konzern die Fluktuation der Arbeiter zwischen den Werken wegen der Pandemie abgebrochen, seitdem sei auch kein Arbeiter von Gütersloh nach Weißenfels gewechselt.

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