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Torjäger Schick und Alario: Jobsharing statt Traum-Duett

Fußball

Freitag, 27. November 2020 - 06:04 Uhr

von Von Holger Schmidt, dpa

dpa Leverkusen. Bayer Leverkusen hat zwei Torjäger, um die viele Vereine den Bundesligisten beneiden. Das Problem ist nur: Zusammen werden sie wohl kaum auf dem Feld stehen.

Leverkusens Lucas Alario jubelt nach einem Tor. Foto: Tom Weller/dpa

Der eine traf für sein verstorbenes Idol Diego Maradona, der andere beim ersten Startelfeinsatz nach zweimonatiger Verletzungspause: Eigentlich hat Bayer Leverkusen mit Lucas Alario und Patrik Schick ein traumhaftes Sturm-Duo in seinen Reihen. Das Problem: Beide werden wohl nicht dauerhaft zusammenfinden. Denn da Trainer Peter Bosz sich offenbar kaum vorstellen kann, mit beiden gleichzeitig zu spielen, werden sie auch künftig Jobsharing betreiben müssen. Wenn es so klappt wie beim 4:1 (1:0) in der Europa League gegen Hapoel Be'er Sheva, sollte es aber den meisten recht sein.

Der Tscheche Schick war gegen Israels Pokalsieger erstmals seit seiner Anfang Oktober erlittenen Oberschenkelverletzung von Beginn an aufgelaufen und traf prompt zum 1:0 (29.). Der Argentinier Alario, der ihn in der 68. Minute ablöste, erzielte den Treffer zum Endstand (80.) und widmete diesen der am Vortag gestorbenen Fußballlegende Diego Maradona, die er als „Genie“ und „Legende“ würdigte. Vor dem Spiel hatte sich Alario in einem Trikot mit der Nummer 10 und der Beflockung „Maradona“ aufgewärmt. Dessen Tod sei ihm „sehr nahe gegangen“, sagte Alario. „Das war für alle Argentinier ein großer Schmerz. Wir müssen dankbar sein für alles, was er für uns getan hat.“

Die Zahlen der beiden Bayer-Stürmer in dieser Saison sind beeindruckend. Alario traf in zwölf Pflichtspielen zehn Mal, Schick bei sechs Einsätzen drei Mal, obwohl er in der Hälfte der Spiele weniger als eine halbe Stunde auf dem Platz stand. Allerdings sind die beiden auch keine Billig-Bomber: Mit 26,5 Millionen (Schick) beziehungsweise 24 Millionen Euro (Alario) stehen sie in der Liste der teuersten Bayer-Einkäufe auf Rang zwei und drei hinter Kerem Demirbay (32 Millionen).

Seite an Seite wird man sie aber selten, vielleicht sogar nie sehen. Auf die Frage, ob diese Variante für ihn zumindest in der Schlussphase eines Spiels denkbar sei, sagte Bosz: „Am liebsten hätte ich sieben Stürmer auf dem Platz. Aber man muss immer auf die Balance achten.“ Deshalb habe er die beiden „bisher immer gegeneinander ausgetauscht“.

Doch solange es kein böses Blut gibt, könnte das Jobsharing Bayer helfen. Aktuell befindet sich die Werkself jedenfalls im Höhenflug. Neun der letzten zehn Pflichtspiele hat Leverkusen gewonnen, in der Liga ist Bayer Dritter mit einem Punkt Rückstand auf die Bayern, in der Europa League stellt man mit 14 Treffern die beste Offensive und kann nach vier von sechs Spielen nur noch theoretisch in der Gruppenphase ausscheiden.

Negativ zu Buche schlagen allenfalls die kuriosen Treffer, die Bayer aktuell kassiert. Nach dem Slapstick-Eigentor von Torhüter Lukas Hradecky am Samstag in Bielefeld (2:1) unterlief diesmal Tin Jedvaj ein kapitaler Schnitzer, als er den Ball Torschütze Itamar Shviro ungehindert in die Füße spielte. Nachdem beide Spiele gewonnen wurden, konnte Bosz aber darüber lachen. „Das sind Sachen, die ein oder zwei Mal im ganzen Jahr passieren“, sagte der Niederländer. „Wir haben jetzt zwei gehabt. Also war es das für diese Saison.“

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