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NRW

Toter Junge in Essen: Jugendamt sollte Familie unterstützen

Kriminalität

Montag, 29. Juli 2019 - 17:02 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Essen. Kreislaufversagen durch Hitzeschock: Im Fall des gestorbenen Zweijährigen hat das Jugendamt neue Details über die Familie veröffentlicht. Zum ersten August sollten Sozialpädagogen die Eltern von drei Kindern täglich zu Hause unterstützen. Die Familie aus Essen hätte intensivere Hilfe bei der Erziehung und Förderung der Kinder benötigt, teilte die Stadt am Montag mit. Die Eltern sollten mit den Pädagogen einen kindgerechten Umgang erlernen. Betreut wurde die Familie bereits seit Ende des vergangenen Jahres.

Die versiegelte Tür zu der Wohnung, in der die Polizei einen Zweijährigen tot aufgefunden hat. Foto: KDF-TV & Picture Germany

Der 31 Jahre alte Vater sitzt weiter wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft hatte er den Jungen mindestens 17 bis 18 Stunden nicht versorgt. Für das Kind sei die Zimmertür verschlossen gewesen. Zuvor hatte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtet. Der Polizei zufolge wird dem Vater vorgeworfen, sein Kind verdurstet haben zu lassen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft äußerte sich der Vater nicht zu den Gründen, weshalb er das Kind eingesperrt hatte. Die Mutter sei zu dieser Zeit nicht in Essen gewesen. Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Totschlags durch Unterlassen.

Zudem war der Vater kein Unbekannter: Wie die Polizei mitteilte, war der Mann schon wegen Kleinkriminalität polizeibekannt. Die Polizei beginne nun mit der Ermittlungsarbeit und befrage Zeugen. Bis zum Ende der Ermittlungen bleiben die 1 und 4 Jahre alten Geschwister des gestorbenen Jungen in der Obhut einer Pflegefamilie.

Am Samstagmorgen hatte ein Zeuge die Polizei über den leblosen Jungen in der Wohnung informiert. Die Beamten fanden das Kind dort tot vor. Gegen den Vater wurde ein Haftbefehl erlassen. Auch die Mutter wurde zunächst festgenommen, wenig später aber freigelassen, da sich der Verdacht gegen den Vater erhärtet hatte. Die Obduktion des Kleinkinds habe ergeben, „dass das Kind aufgrund eines Kreislaufversagens in Folge eines Hitzeschocks verstorben ist“, teilte die Polizei mit.

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