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Trainer Magath warnt Hertha vor Alm-Effekt

Fußball

Donnerstag, 28. April 2022 - 14:54 Uhr

von Von Arne Richter, dpa

dpa Berlin. Hertha BSC kann am Samstag den Klassenerhalt schaffen. Eine Bedingung ist ein Sieg bei Arminia Bielefeld. Dort, so erinnert sich Felix Magath, muss man sich jeden Erfolg schwer erkämpfen. Eine offensive Taktik-Variante hat der Hertha-Coach weiter im Kopf.

Spielbälle liegen auf dem Rasen. Foto: Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Vor dem möglicherweise schon entscheidenden Spiel bei Arminia Bielefeld startete Felix Magath eine kleine Zeitreise. 1979, so erinnerte sich der Trainer von Hertha BSC, habe er sich mit dem Hamburger SV „auf der Alm“ mit einem 0:0 zu seinem ersten Meistertitel gequält. In Ostwestfalen, so die Logik des 68-Jährigen, müsse man sich den Erfolg hart erarbeiten - damals wie heute. „Es braucht mir keiner was zu erzählen“, sagte Magath. Man müsse „fokussiert sein auf diese Aufgabe“, forderte der 68-Jährige vor dem Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim Mitkonkurrenten.

Nun geht es für die Berliner und Magath nicht um Meisterehren, sondern um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga und das Bielefelder Stadion ist nicht mehr die Alm, sondern mittlerweile die „Schüco Arena“. Der Zufall will es aber, dass der VfB Stuttgart damals wie heute für Magaths Wohlbefinden mitverantwortlich ist. Meister wurde der HSV einst in Bielefeld nur, weil die Schwaben ihr Heimspiel (gegen den 1. FC Köln/1:4) verloren. Geht der VfB am Samstag im Heimspiel auch gegen den VfL Wolfsburg als Verlierer vom Platz, wäre die Hertha mit einem Sieg gerettet.

Für Magath sind das noch zu viele „Wenns“ und „Wäre“. Er warnte nach den Siegen gegen den FC Augsburg (1:0) und eben jenen VfB (2:0) davor, sich im Abstiegskampf schon nach knapp zwei Magath-Monaten am Ziel zu wähnen. „Wir haben Bronze erreicht und können in Bielefeld Silber holen“, zog Magath eine olympische Parallele. Gold ist aber alles, was zählt. Vor dem 32. Spieltag haben die Berliner als Tabellen-15. vier Punkte Vorsprung auf den VfB und sechs auf Bielefeld.

Nicht aus Magaths Kopf ist die Idee einer taktischen Umstellung auf eine Doppelspitze mit Davie Selke und Ishak Belfodil. „Ich spiele immer, und ich spiele ja gerne. Lassen sie mich mit dem Gedanken spielen. Sicher bin ich mir noch nicht“, sagte der Berliner Chefcoach. Magath hatte die Angreifer Selke und Belfodil nach ihren Toren beim 2:0 gegen den VfB Stuttgart gelobt und einen gemeinsamen Starteinsatz in Erwägung gezogen. Bislang hatte der 68-Jährige bei der Hertha nur auf einen zentralen Angreifer vertraut.

Noch keine Aussöhnung habe es nach den jüngsten Dissonanzen zwischen Mannschaft und Hertha-Fans gegeben, berichtete Magath. Die Spieler hatten nach einer demütigenden Trikot-Aktion nach dem Berliner Derby nach den Siegen in Augsburg und gegen Stuttgart den Gang in die Fankurve verweigert. „Wir werden uns nicht vor diesem Auswärtsspiel mit dieser Problematik ablenken lassen“, sagte Magath. Erst vor dem letzten Saisonheimspiel am 7. Mai gegen Mainz 05 werde man schauen, „wie wir das lösen können“, sagte der Hertha-Trainer. In Bielefeld werden 2807 Hertha-Fans erwartet. Der Gäste-Block ist ausverkauft.

© dpa-infocom, dpa:220428-99-79681/3

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