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Trainer-Rentner Gross soll Schalke vor dem Abstieg bewahren

Fußball

Samstag, 26. Dezember 2020 - 14:51 Uhr

von Von Ulli Brünger, dpa

dpa Gelsenkirchen. Der Schweizer Christian Gross soll als Helfer in der Not den Krisenclub FC Schalke vor dem Bundesliga-Abstieg retten. Viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt dem Baum-Nachfolger nicht. Es wartet eine extrem schwierige Mission.

Trainer-Rentner Christian Gross. Foto: -/EPA/dpa

In der größten Krise seit drei Jahrzehnten setzt der FC Schalke 04 alle Hoffnung in den nächsten Retter, hat diesen zu Weihnachten aber erst einmal noch nicht präsentiert. Auch am zweiten Feiertag gab es zunächst keine offizielle Bestätigung vonseiten des Clubs für die Verpflichtung von Christian Gross als künftigen Cheftrainer. Der Schweizer Fußball-Rentner, der eigentlich schon seine Karriere beendet hatte, soll den Tabellenletzten der Bundesliga vor dem Absturz in die 2. Liga bewahren.

Die Königsblauen schwiegen bislang zu übereinstimmenden Medienberichten von Mittwochabend, wonach der 66-Jährige einen Vertrag bis Saisonende unterzeichnen solle. Doch die Zeit drängt. Bereits an diesem Sonntag trifft sich das Team zu ersten Corona-Tests. Dann könnte der Gross vorgestellt werden und womöglich am Montag das erste Training leiten.

Gross wäre nach David Wagner, der schon nach zwei Spieltagen gehen musste, Zehn-Spiele-Trainer Manuel Baum und Kurzzeit-Helfer Huub Stevens in dieser Saison schon der vierte Verantwortliche auf der Gelsenkirchener Bank.

Dem Vernehmen nach soll Gross ein geringes Grundgehalt beziehen, dafür aber im Fall des Klassenverbleibs eine üppige Prämie kassieren. Stevens hatte nach dem Pokalerfolg gegen Ulm versprochen, bei der Auswahl zu helfen. „Ich habe bestimmte Eindrücke von der Mannschaft bekommen. Wenn man mich fragt, welcher Trainertyp passt, werde ich meine Meinung sagen.“

Gross gilt als Mann, der viel Wert auf Disziplin legt. In seiner Heimat holte er mit Grasshoppers Zürich und dem FC Basel acht Meisterschaften und fünf Pokalsiege. 1997 war er bei Tottenham Hotspur der erste Schweizer Trainer in der englischen Premier League.

Sein bisher einziges Bundesliga-Engagement hatte Gross von 2009 bis 2010 für zehn Monate beim VfB Stuttgart. Die Schwaben steuerte er damals aus der Abstiegszone bis in die Europa League, musste dann aber nach einem Fehlstart in die neue Saison gehen.

In Stuttgart lernte Gross auch Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider kennen. Für Schneider war der Schweizer nach den Fehleinschätzungen mit Wagner und Baum nun der Wunschkandidat. Sollte auch er scheitern, ist wohl auch der 50 Jahre alte Sportvorstand kaum noch zu halten. Gross begleiten jedoch Zweifel der Fans. Zuletzt war er vor acht Jahren bei den Young Boys Bern im europäischen Fußball als Trainer tätig. Danach arbeitete er in Ägypten und Saudi-Arabien.

Die Eingewöhnungsphase mit dem Team ist kurz. Die Mannschaft wartet seit 29 Bundesliga-Spielen auf Sieg, ist keine Einheit und verunsichert ist. In den restlichen 21 Liga-Partien wartet eine Herkulesaufgabe. Bis zum Relegationsplatz, den Bielefeld einnimmt, fehlen nach der jüngsten 0:1-Pleite gegen die Arminia bereits sechs Punkte.

Schon am 2. Januar steht das Auswärtsspiel bei Hertha BSC an. Sollte dort kein Erfolg gelingen, droht eine Woche später daheim gegen Hoffenheim die Einstellung des historischen Negativ-Rekords von Tasmania Berlin in der Saison 1965/66 mit 31 Spielen ohne Erfolg. Möglicherweise kann der neue Trainer dann schon auf einen Neuzugang bauen. Laut „Bild“ sind die Königsblauen an Offensiv-Spieler Marco Richter vom FC Augsburg interessiert. Der 23-Jährige soll ausgeliehen werden.

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