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Trinkwasser-Spender und Hitze-Knigge: Köln beugt vor

Wetter

Montag, 18. Juli 2022 - 15:45 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Köln. Perforierte Feuerwehrschläuche, die Hitze-Hotspots befeuchten, Trinkwasserspender im ganzen Stadtgebiet und ein Hitze-Knigge voller Tipps - all das sind Bestandteile des Kölner Hitzeaktionsplans. Die Millionenstadt, die durch ihre geografische Lage in der rheinischen Bucht einer der wärmsten Orte Deutschlands ist, gilt als Vorreiter auf dem Gebiet der Hitzevorsorge.

Zwei Frauen schützen sich am Rheinufer in der Altstadt mit einem Regenschirm vor der Sonne. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Das auf drei Jahre angelegte Projekt „Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter“ ist Ende Juni abgeschlossen worden. Das Projekt wurde vom Bundesumweltamt gefördert, wissenschaftlicher Partner war das Geo Health Centre des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn.

Teil des Projekts war eine Befragung von 260 Seniorinnen und Senioren aus unterschiedlich strukturierten Stadtteilen. Es ging unter anderem darum, herauszufinden, ob ältere Menschen Hitzewarnungen zur Kenntnis nehmen und wenn ja, wie. „Wichtig war die Erkenntnis, dass es zwischen sozial schwächeren und stärkeren Stadtvierteln keinen so großen Unterschied gab“, erläuterte Marita Hey vom Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln. „Die persönliche Situation der Menschen war entscheidender: In was für einer Wohnung lebt man? Gibt es einen Schattenplatz? Solche Dinge. In den Arzt-Kontakten kommt das Thema offenbar nur selten zur Sprache.“ Ihre Informationen beziehen die Seniorinnen und Senioren in erster Linie von lokalen Radiosendern und aus dem Fernsehen.

Als Konsequenz aus dem Projekt informiert die Stadt Köln heute stärker als zuvor über Hitzewellen, etwa über die Informationstafeln des öffentlichen Nahverkehrs oder über das Hitzeportal ihrer Homepage. Viele Seniorinnen und Senioren sind zwar nicht so oft im Internet unterwegs, doch setzt die Stadt hier auf Multiplikatoren wie Heimleitungen. Eine Befragung von 32 Pflegeheimen war ebenfalls Teil des Projekts - dort spielt Hitzeprävention demnach eine stärkere Rolle. Manche Einrichtungen gaben an, dass sie noch mehr kühle Räume gebrauchen könnten. Außerdem ist der Mangel an Pflegerinnen und Pflegern ausgerechnet dann, wenn es heiß wird, oft besonders groß, weil viele im Urlaub sind.

Köln hat außerdem 13 Trinkwasserspender aufgestellt - Säulen, aus denen in einem dünnen Strahl ständig Trinkwasser herausläuft, das in Flaschen abgefüllt werden kann. „Es gibt noch viele andere Ideen, die wir aufgreifen wollen“, sagte Hey. „Vor allem wollen wir noch weitere vulnerable Gruppen einbeziehen, etwa Kleinkinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die draußen schweren körperlichen Arbeiten nachgehen.“

© dpa-infocom, dpa:220718-99-66657/3

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