Trotz Corona: Mahnwache am Steinkohlekraftwerk Datteln 4

dpa/lnw Datteln. Die Corona-Krise macht große Kundgebungen unmöglich - aber Umweltschützer wollen im Protest gegen Datteln 4 nicht locker lassen. Am Donnerstag kamen sie zu einer kleinen Mahnwache an das Kohlekraftwerk - mit Plakaten und Mundschutz.

Trotz Corona: Mahnwache am Steinkohlekraftwerk Datteln 4

Demonstranten beteiligen sich an einer Mahnwache am Kohlekraftwerk Datteln. Foto: Bernd Thissen/dpa

Mit einer Mahnwache hat der Umweltverband BUND am Donnerstag gegen die geplante Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Datteln 4 protestiert. Die Stadt hatte die Aktion unter der Vorgabe genehmigt, dass nicht mehr als 20 Teilnehmer zu der Aktion am Kraftwerksgelände kommen. Alle Auflagen seien eingehalten worden, sagte ein Sprecher der Polizei Recklinghausen. Die Teilnehmer trugen Nase-Mund-Masken und Schilder mit Aufschriften wie „Abschalten“ oder „Zukunft statt Kohle“.

Das Kraftwerk läuft momentan zeitweise im Probetrieb. Der Energiekonzern Uniper will die Anlage im Sommer endgültig in Betrieb nehmen. Umweltschützer sehen darin eine schwere Bürde für die Energiewende in Deutschland. Die Inbetriebnahme wäre ein „klimapolitischer Offenbarungseid„, hatte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt gesagt.

Anlass für die Mahnwache war die Hauptversammlung des finnischen Uniper-Mehrheitseigners Fortum. Der BUND hat Fortum aufgefordert, zu verhindern, dass Datteln 4 an Netz geht. Uniper hatte angekündigt, seine anderen Steinkohlekraftwerke in Deutschland schrittweise abschalten. Die Finnen unterstützen diesen Kurs.