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Türkei-Gesuch: Duisburger sitzt in Slowenien fest

Konflikte

Freitag, 20. September 2019 - 14:17 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Duisburg. Ein türkischstämmiger Duisburger sitzt auf Ersuchen der Türkei seit Wochen in Slowenien in Haft - eine Freilassung gegen Kaution scheiterte. Das berichteten der Anwalt von Ismet Kilic, Klaus Spiekermann, die Ehefrau Nurgül Gülsen Kilic und der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko (Linke), die von einem politisch motivierten Verfahren sprachen. Kilic befinde sich nun schon seit rund zwei Monaten in Haft, ihm drohe die Auslieferung. Anfragen der Deutschen Presse-Agentur bei den zuständigen slowenischen Ministerien dazu blieben am Freitag unbeantwortet.

Kilic sei bei seiner Urlaubsrückreise mit der Familie von Kroatien am 26. Juli auf Antrag der Türkei in Slowenien festgenommen worden. Er sei zunächst in einem Gefängnis in der slowenischen Hafenstadt Koper in Untersuchungshaft genommen worden, seit 4. September befinde er sich dort in Auslieferungshaft, schilderten seine Frau und sein Anwalt der dpa. Eine Freilassung gegen eine Kaution von 50 000 Euro sei in der vergangenen Woche abgelehnt worden, sagte Spiekermann. Bereits zuvor war am 22. August ein Antrag auf Haftentlassung gescheitert, wie aus einem Beschluss des Kreisgerichts in Koper hervorgeht.

Ismet Kilic wird Anwalt Spiekermann zufolge von der Türkei vorgeworfen, Mitglied in einer terroristischen Vereinigung zu sein. Er sei Ende der 1990er Jahre von der Türkei nach Deutschland geflüchtet, habe hier Asyl erhalten und sei seit 2008 deutscher Staatsbürger. Linke-Politiker Hunko sagte, Kilic sei in den 1990er Jahren als Gewerkschafter aktiv gewesen. „Der türkische Staat missbraucht den Terrorismus-Vorwurf, um gegen Aktivisten, Kritiker und Oppositionelle im weitesten Sinne vorzugehen.“ Kilic - gelernter Tierarzt und in Deutschland Taxiunternehmer - ist nach Auskunft seiner Ehefrau abgemagert und in einem elendigen Zustand.

Zuvor hatten einige Medien über den Fall berichtet. Er erinnert an den des Regimegegners Dogan Akhanli, der 2017 auf Gesuch der Türkei als angeblicher Terrorist in Spanien festgesetzt worden war.

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