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US-Gericht spricht Anna Sorokin des Betrugs schuldig

Prozesse

Freitag, 26. April 2019 - 09:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw New York/Eschweiler. Als angebliche Millionenerbin soll sich eine junge Deutsche in großem Stil durch die New Yorker High Society geschnorrt haben. Die US-Justiz ist überzeugt: Anna Sorokin ist eine kriminelle Hochstaplerin. Ihr droht nun sehr lange Haft.

Anna Sorokin, mutmaßliche Hochstaplerin aus Deutschland, sitzt in einem Gerichtssaal während die Jury sich berät. Foto: Richard Drew/AP

Ein New Yorker Gericht hat die mutmaßliche Hochstaplerin Anna Sorokin aus Eschweiler bei Köln des Betrugs schuldig gesprochen. Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance verkündete in einer Mitteilung am Donnerstagabend (Ortszeit) den Schuldspruch. Demnach sei es erwiesen, dass sich die 28-Jährige unter dem Namen Anna Delvey in der New Yorker High Society als falsche Millionenerbin Leistungen im Wert von mehr als 200 000 Dollar erschlichen hat. Außerdem soll sie versucht haben, mit weiteren Betrügereien Millionenbeträge zu ergaunern. Das genaue Strafmaß soll am 9. Mai verkündet werden. Sorokin drohen laut der Zeitung „New York Times“ 15 Jahre Gefängnis.

Der Fall hatte über Wochen international Aufsehen erregt. Die in der Nähe von Moskau geborene Sorokin war im Alter von 16 Jahren nach Deutschland gezogen und in Eschweiler zur Schule gegangen. Mit immer neuen Lügen und Ausflüchten, soll sie sich in der New Yorker High Society Geld für Restaurantbesuche, Geschenke und Hotelübernachtungen erschlichen haben.

Während des Prozesses war nicht nur die ungewöhnlich modische Kleiderwahl der Angeklagten aufgefallen. Auch Verteidiger Todd Sprodek hatte von Anfang an eine aggressive Strategie verfolgt. Er hatte argumentiert, dass Sorokin stets das Geld habe zurückzahlen wollen. Zum Ende der Verhandlung am Dienstag hatte Sprodek erklärt, dass Sorokin letztlich nur so vorgegangen sei, wie einst im Lied „New York, New York“ besungen. „Sinatra hat in New York einen brandneuen Start hingelegt, genauso wie Miss Sorokin“, hatte Sprodek laut „New York Post“ gesagt.


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