NRW

Unbeliebte Corona-Software: Land sieht aber „gutes Signal“

Gesundheit

Freitag, 5. Februar 2021 - 14:23 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Trotz bisher nur zögerlicher Nutzung einer vorgesehenen einheitlichen Corona-Software in allen Gesundheitsämtern setzt das Land NRW auf einen baldigen flächendeckenden Einsatz. In sehr kurzer Zeit sei die Zahl der Gesundheitsämter, die die neue Software zur Kontaktnachverfolgung nutzten oder ihren künftigen Einsatz derzeit vorbereiteten, von sechs auf 35 gestiegen. „Das ist ein gutes Signal“, sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Freitag auf dpa-Anfrage. Mit den anderen 18 Gesundheitsämtern sei man aktuell in engem Austausch.

Andreas Pinkwart (FDP), Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Marcel Kusch/dpa/

Bund und Länder hatten die deutschlandweite Einführung der neuen Software in allen Gesundheitsämtern bis Ende Februar beschlossen. „Sormas“ - vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung entwickelt - soll den Austausch unter den Behörden im Kampf gegen die Pandemie erleichtern. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte eine umgehende „Sormas“-Installierung - und zwar per Anordnung in allen Bundesländern. Die Kommunikation unter den Ämtern sei eine „Achillesferse“.

Pinkwart sagte: „Uns ist wichtig, den Menschen möglichst bald wieder ein weitgehend normales und gesellschaftliches Leben zu ermöglichen.“ Man hoffe auf einen „breiten inhaltlichen Konsens zur zeitnahen flächendeckenden Installation“ der einheitlichen Software. Sollte diese bis Ende Februar aber nicht in allen 53 Gesundheitsämtern in NRW installiert sein, behalte sich die Landesregierung eine Anordnung per Erlass vor.

Der Deutsche Landkreistags hatte in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert, man halte eine flächendeckende Einführung des neuen IT-Systems „weder für erstrebenswert, noch derzeit erreichbar“. In dem Schreiben von Ende Januar hatte der kommunale Spitzenverband, der knapp 300 Landkreise bundesweit vertritt, von bisher nur rund 80 Gesundheitsämtern gesprochen, die „Sormas“ nutzten.

© dpa-infocom, dpa:210205-99-317603/3

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