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NRW

Unschuldig eingesperrter Syrer: Beschwerde nach Ermittlungen

Kriminalität

Sonntag, 17. November 2019 - 17:27 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Kleve. Nach der Einstellung der Ermittlungen um den unschuldig eingesperrten und in Haft gestorbenen Syrer Amad A. hat ein Anwalt im Auftrag der Eltern Beschwerde eingereicht. Im mehrseitigen Bescheid an seine Mandanten sei „keinerlei Hinweis“ zu finden, wer für die „rechtswidrige Freiheitsberaubung“ des 26-Jährigen verantwortlich gewesen sei, so Rechtsanwalt Eberhard Reinecke am Sonntag zur Deutschen Presse-Agentur.

Die JVA in Kleve. Foto: Markus van Offern/dpa/Archivbild

Reinecke hat das Mandat nach eigenen Angaben erst vor rund zwei Wochen übernommen - kurz bevor die Einstellung der Ermittlungen bekannt geworden war. „Nach unserer bisherigen Einschätzung scheint die Ermittlung der Staatsanwaltschaft nicht darauf ausgerichtet gewesen zu sein, tatsächlich herauszufinden, welches pflichtwidriges Verhalten es gegeben hat, sondern es sollte vor allen Dingen ein offensichtlicher Justizskandal klein geredet werden“, so Reinecke in einer Mitteilung.

Der Syrer war im Juli 2018 irrtümlich wegen eines Haftbefehls eingesperrt worden, der einem anderen Mann galt. Amad A. hatte wochenlang in Kleve unschuldig im Gefängnis gesessen und schließlich in seiner Zelle selbst Feuer gelegt. Dabei erlitt er so schwere Verbrennungen, dass er im September 2018 in einer Klinik starb. Ein Untersuchungsausschuss des Landtags beschäftigt sich weiter mit dem Fall.

Die Eltern von Amad A. sagten dem WDR-Magazin „Westpol“, dass sie weiter davon ausgehen, dass die Verwechslung nicht aus Versehen passiert sei, sondern dass die Polizei absichtlich handelte. Sie hoffen laut dem Anwalt auf eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Gegenüber dem WDR sagte der Vater von Amad A., dies bringe seinen Sohn zwar nicht zurück - der Vorfall solle aber dazu führen, dass sich solche Ereignisse in Zukunft nicht wiederholten.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang November mitgeteilt, dass sich gegen keinen der zwischenzeitlich acht Beschuldigten der Verdacht einer Straftat erhärtet habe.

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