Unterrichtsausfall an Schulen bleibt auf gleicher Höhe

dpa/lnw Düsseldorf. Unterrichtsausfall ist ein bald tägliches Ärgernis in den Schulen. Die Statistik zeigt, dass bis zum Beginn der Corona-Pandemie in den Zahlen kaum Bewegung ist.

Unterrichtsausfall an Schulen bleibt auf gleicher Höhe

Eine Atemschutzmaske liegt neben einem Federmäppchen. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Der Unterrichtsausfall an den Schulen in Nordrhein-Westfalen ist bis zum Beginn der Corona-Pandemie auf etwa gleicher Höhe geblieben. Im Schuljahr 2018/19 fielen insgesamt 5,3 Prozent der Stunden aus. Ersatzlos gestrichen wurden davon 3,9 Prozent. 1,4 Prozent des Ausfalls wurde mit eigenverantwortlichem Arbeiten (EVA) kompensiert. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der SPD-Opposition hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Für das Schuljahr 2019/20 liegen Zahlen nur für das erste Halbjahr vor, denn mit Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 sei die Erhebung bis zum heutigen Zeitpunkt ausgesetzt worden, berichtete Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Demnach fielen im ersten Halbjahr 5,1 Prozent der Stunden aus, davon 3,6 Prozent ersatzlos. Im gesamten Schuljahr 2017/18, als noch ein anderes Messverfahren angewandt wurde, fiel ebenfalls 5,1 Prozent des Unterrichts aus, davon 3,8 Prozent ersatzlos.

In absoluten Zahlen gemessen fielen an den Schulen in NRW im ersten Halbjahr 2019/20 gut 1,46 Millionen Stunden aus, während es im gesamten Schuljahr 2018/19 fast 3,3 Millionen Stunden waren. Seit 2018 müssen alle Schulen die ausgefallenen Stunden kontinuierlich digital dokumentieren.

Der SPD-Schulpolitiker Jochen Ott verwies darauf, dass die Statistik eine ungleiche Belastung der verschiedenen Schulformen zeige. So seien Schulen in benachteiligten Vierteln vom Unterrichtsausfall stärker betroffen als andere. Das gelte vor allem für Haupt-, Real- und Gesamtschulen, die auch insgesamt auf Landesebene jedes Jahr einen weitaus höheren Ausfall an Schulstunden zu verkraften hätten als Gymnasien.

„Es ist Zeit, daraus endlich auch die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen“, sagte Ott. Die schwarz-gelbe Landesregierung sei mit dem Versprechen, für eine Unterrichtsgarantie zu sorgen, „kläglich gescheitert“. Es reiche nicht, den Unterrichtsausfall mit einem aufwendigen Verfahren nur zu messen. „Man muss auch was dagegen tun.“

Die Erhebung sei ein Indiz dafür, dass umgehend ein echter schulscharfer Sozialindex gebraucht werde. „Dieser zeigt anhand eindeutiger Indikatoren, wo Geld, Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams am dringendsten gebraucht werden und eingesetzt werden müssen.“

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte bereits ein Konzept für einen solchen Index vorgestellt, wonach Schulen in sozialen Brennpunkten in NRW künftig eine bessere Lehrerausstattung erhalten sollen.

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