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NRW

VdK fordert Sozialbilanz der Corona-Folgen in NRW

Gesundheit

Donnerstag, 16. Juli 2020 - 10:42 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Der Sozialverband VdK fordert von den Kommunen und der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen eine Bilanz zu den Folgen der Corona-Pandemie. Damit solche Krisen nicht vor allem auf Kosten armer, kranker, behinderter oder älterer Menschen gingen, müssten Schlussfolgerungen für die künftige Gesundheits- und Sozialpolitik gezogen werden, erklärte VdK-Landeschef Horst Vöge am Donnerstag in Düsseldorf.

Der Sozialverband VdK fordert von den Kommunen und der Landesregierung in NRW eine Bilanz zu den Folgen der Corona-Pandemie. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild

„Durch unsere 370 000 Mitglieder wissen wir, dass vielfach aus Angst, Hilflosigkeit oder fehlender Unterstützung starke persönliche Einbußen hingenommen werden“, stellte Vöge fest. Es sei aber wichtig, „die sozialen Auswirkungen der Corona-Krise sichtbar zu machen“.

Forschungen der Universität Bremen hätten bereits ergeben, dass Pflegebedürftige zu den am schwersten Betroffenen der Corona-Krise gehörten, unterstrich der VdK. Laut der im Juni vorgestellten Hochrechnungen waren in Deutschland 60 Prozent aller Covid-19-Verstorbenen in Pflegeheimen oder ambulant von Pflegediensten betreut worden. Von allen bundesweit mit dem Coronavirus Infizierten habe diese Gruppe aber nur einen Anteil von 8,5 Prozent. Die Sterblichkeit unter Pflegebedürftigen ist der Studie zufolge mehr als 50 Mal höher als im Rest der Bevölkerung.

Der VdK fordert grundlegende Veränderungen im Gesundheitswesen. „Alle wohnortnahen stationären medizinischen Einrichtungen müssen eine leistungsfähige Intensivversorgung erhalten“, heißt es in einem Positionspapier der Sozialverbands. Die „bisherige Ausrichtung des Gesundheitswesens auf die Interessen und Logiken der Privatwirtschaft“ garantiere nicht einmal die nötigen Strukturen zur Daseinsvorsorge - geschweige denn einen Mehrwert an Qualität.

Eine optimale Versorgung der Patienten setze außerdem gute Bezahlung und Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal voraus. Das sei jedoch überlastet.

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