Verdacht des Titelmissbrauchs: AfD-Politiker vor Gericht

dpa/lnw Neuss. Der AfD-Europaabgeordnete Gunnar Beck muss wegen des Verdachts des Titelmissbrauchs heute (12.00 Uhr) in Neuss vor Gericht. Das Amtsgericht hatte zuvor einen Strafbefehl in Höhe von 15.000 Euro gegen den 56-Jährigen erlassen, gegen den dessen Verteidiger aber Einspruch eingelegt hatte.

Verdacht des Titelmissbrauchs: AfD-Politiker vor Gericht

Der AfD-Europaabgeordnete Gunnar Beck in Magdeburg. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hatte 2019 ein Ermittlungsverfahren gegen Beck eingeleitet, nachdem Zweifel am Professorentitel des Politikers aufgekommen waren. Beck hatte die Vorwürfe zurückgewiesen: Er arbeite seit vielen Jahren als Hochschullehrer in Großbritannien. Dort wird er aber laut Anklage als „Reader“ - also als Dozent geführt.

Der Staatsanwaltschaft zufolge soll er sich auf einer Versammlung der AfD in Magdeburg im November 2018 als „Professor“ vorgestellt haben, ohne dies nach deutschem Recht zu sein. Für den Missbrauch von Titeln sieht das Gesetz eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr vor.

© dpa-infocom, dpa:220613-99-650647/2