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NRW

Verflechtungen im Contergan-Skandal?: Entscheidung erwartet

Prozesse

Donnerstag, 12. April 2018 - 00:52 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Köln. Gab es wirklich enge Verbindungen zwischen dem Conterganhersteller Grünenthal und der Conterganstiftung? Ein Betroffener behauptet das - und stößt damit auf Widerstand bei der Stiftung. Nun müssen Richter in dem Streit entscheiden.

Vor dem Justizgebäude steht eine Satue der Göttin Justitia. Foto: Stefan Puchner/Archiv

Das Oberlandesgericht Köln entscheidet heute, ob es Verflechtungen zwischen dem Conterganhersteller Grünenthal und der Conterganstiftung für die Opfer gegeben hat. Dabei geht es um die Frage: Hatte der Hersteller des Schlafmittels, durch das 5000 Kinder mit schweren Missbildungen an Armen und Beinen auf die Welt kamen, über die Stiftung Zugriff auf medizinische Akten der Opfer?

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Aufgebracht hatte das der Contergangeschädigte Andreas Meyer. 2013 erhob er als Sachverständiger vor dem Familienausschuss des Bundestags den Vorwurf der Verflechtung. Später präzisierten seine Anwälte, ein früherer Justiziar von Grünenthal habe von 1972 bis 2003 als Vorsitzender der medizinischen Kommission der Conterganstiftung Zugang zu den medizinischen Akten der Conterganopfer gehabt. Für viele Opfer ist das ein Skandal. Ein früherer Stiftungsvorstand hatte Meyer vorgeworfen, die Unwahrheit zu sagen. Dagegen wiederum wehrt sich nun Meyer vor Gericht.

Das Oberlandesgericht Köln hatte in der mündlichen Verhandlung bereits deutlich gemacht, dass es über einen früheren Justiziar von Grünenthal eindeutig Verbindungen zur Stiftung gegeben habe. Außerdem habe das Unternehmen auch indirekt Geld an die Gutachter der medizinischen Kommission gezahlt, stellte die Vorsitzende Richterin fest.

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